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Wie armselig!

Absolut erbärmlich präsentierten sich gerade ÖSV Präsident Schröcksnadel und FIS Oberhaupt Gian Franco Kasper in Sport am Sonntag. Sie stellen eine Krise des Schisports fest und fürchten gar um dessen Existenz. Und auch die Schuldigen sind schnell ausgemacht.

  1. Die Klimaforscher: Die wagen es nämlich, auf den menschlich stark beschleunigten und sich langsam dramatisierenden Klimawandel hinzuweisen. Geht nicht, da könnte ja der Tourismus darunter leiden, und man sollte überhaupt nicht den Schnee totreden. “Jaja, vielleicht erwärmt sich was.” Ich jedenfalls kann mich für diesen Schwachsinn absolut nicht erwärmen.
  2. Die Jugend: Die sitzt nur noch auf dem Sofa herum. Ist nicht von der Hand zu weisen, nur leider hat sich unser verkrustetes Vereinswesen noch nicht hinlänglich bewegt, um die”Generation PlayStation” von selbigem zu locken.
  3. Die Einwandererkinder: Die sind ja so schrecklich viel, und haben familiär überhaupt keinen Bezug zum Schnee. Was für eine Bedrohung für den “Volkssport” Schifahren. Frage: Was tun eigentlich die Verantwortlichen, um den genannten ihren Sport näherzubringen? Mit österreichisch-Österreicher selektiven Vereinen punktet man sicherlich nicht.
  4. Die Medien und ihre bösen Quoten. Filmunterhaltung, Hauptabendprobleme et cetera sind daran schuld, dass das Interesse schwindet. Haben die Schiverbände keine Kommunikationsabteilungen, die sich mit der Medienpräsentation auseinandersetzen? Braucht man gedankenlesende Butler?

Eigene Fehler sieht man kaum, die Verantwortung den Schisport zur “Fashion” zu machen liegt hauptsächlich bei anderen. Eigene Ideen im Rahmen von Sport am Sonntag erschöpften sich am Konzept “Langlaufrennen auf der F1-Strecke von Monaco”. Sitzen an der Spitze jener Verbände, die immerhin die wohl erfolgreichsten Sportarten der Österreicher unter ihren Fittichen haben, tatsächlich reaktionäre, senile Altherren an denen die Realität (damit auch die Problemlösungen) mittlerweile vorbeiplätschert?

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4 Kommentare

  • Am 28. Oktober 2007 sagte Andreas Lindinger (LAN):

    der skisport ist tot, der ösv ist tot und solange ich als student aufgrund nicht vorhandener ermäßigungen für einen tag skifahren 40 euro zahlen muss, können sie froh sein wenn ich ihre künstlich schlecht präparierten pisten ein, zwei mal pro saison befahre, trotz neuer skier…

  • Am 28. Oktober 2007 sagte Mig:

    Ich habe diese “Diskussion” auch “genossen”. Witzig, dass ein Thema, welches auch LAN anspricht,nicht gefallen ist: Die horrenden Preise an den Liftkassen. Und da überlegt man es sich halt zweimal, ob man an einem Nachmittag ein halbes Vermögen für ein Liftkarte ausgibt, oder das Geld nicht sinnhafter nützt.

    Ich halte auch gar nichts davon, eine “Generation Playstation” zu beschwören. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, dass in meiner Nachbarschaft die Kinder keineswegs vor dem Fernseher rumsitzen. Die sind nämlich, bei schönen Wetter, draußen und lärmen den ganzen Tag herum – Recht haben sie ;)

    Der Migranten-Satz war letztklassik. Die meisten Migranten, die ich kenne, verdienen sich ihr Geld als Hilfskräfte in der Industrie. Nimmt man dazu, dass sie in den meisten Fällen Miete bezahlen müssen, dann bleibt für so etwas wie eine Schiausrüstung oder Liftkarten mit Sicherheit kein Geld übrig. Die haben beileibe wichtigere Kosten zu decken.

    Damit der Skisport wieder “Volkssport” werden kann, muss sich eben in den Preisstrukturen etwas ändern. Wie will man Familien zum Skilauf animieren, wenn sie für den Preis eines einwöchigen Skiurlaubes auch locker einen netten Familienurlaub in der Sonne bekommen? Der Skisport ist doch längst kein “Volkssport” mehr, sondern, zu vielen Teilen, bereits ein Luxusvergnügen.

    Und zu den vielgeschwungenen Marketing-PR-Aktivitäten: Hier zeigt sich wieder einmal, wie gering das Verständnis diesbezüglich bei den Funktionären sind. Marketing ist grundsätzlich ein Konzept, welches nicht nur den Absatz betrifft sondern alle Aspekte einer Organisation oder, wenn man so will in diesem Fall, des “Systems” Skisport. Von PR will ich gar nicht anfangen. PR hat mit Kommunikation zu tun und kann nur dort erfolgreich sein, wo auch erfolgreiche Strukturen vorhanden sind. Es gibt, in der Regel, kaum Kommunikations-, sondern Organisationsprobleme. Die Kommunikation ist halt der Sündenbock hierfür. Damit Kommunikation aber funktioniert, müssen auch die Strukturen passen. Man baut ja auch kein Haus und beginnt mit dem Balkon.

    Aber ich hör ja eh schon auf … ;)

  • Am 28. Oktober 2007 sagte Relator:

    Ich habe mich fast zerkugelt über die unfassbare Blödheit der anwesenden Herren. Genial war schon Schröcksnadels Idee, gar ein Skirennen pro Woche (“zB auf DSF”) zu übertragen. Als ob sich außer Österreich, weil es sonst kaum etwas gibt, wo wir im Vergleich zu anderen gut sind, irgend ein anderes Land für künstliche Muskelpakete, die auf 2 Brettln den Hügeln hinabrollen, interessieren würde.

    Es war verblödetes, “Krone”-artiges Stammtischblabla, weil man die Wahrheit nicht wahrhaben will, dass der Skisport im Gegensatz zu anderen Massensportarten punkto Attraktivität und Reiz einfach nicht bestehen kann. Skisport ist Amateursport. Das können und wollen aber die Herren vom ÖSV nicht kapieren, weil sie meinen, mit ihren Erfolgen wären sie weltbedeutend. ;-)

    Die hohen Skipreise sind gewiss ein Grund – Doch ich höre nun einmal auch von vielen jungen Mitmenschen, dass das Interesse, sich aufzuraffen, mühsam anzukleiden, Materialtransport, hinauf auf den Berg und dann hinunter auf von Urlauber überfüllten Pisten mit überaus großer Verletzungsgefahr wegen den künstlich erhaltenen Pisten nicht gerade berauschend ist. Da gibts weit angenehmere, spannendere Sportarten.
    Hansi Hinterseer, Sailer, Schröcksnadel und Co. würden aber eher ihre Ski verbrennen, als dies zuzugeben, wie unbedeutend ihr Anliegen eigentlich ist. ;-)

  • Am 29. Oktober 2007 sagte nathilion:

    da hab ich wohl nichts verpasst…

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