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Wladimir Hussein, Leonid Bush oder: Aus der Geschichte nichts gelernt?

Das waren noch Zeiten, als Comics und Filme, inspiriert vom “Kalten Krieg” ein echter Kassenschlager waren. Was auf der einen Seite unbesiegbare sowjetische Armeehelden waren, erlangte auf der anderen Seite in Form von Captain America, John Rambo oder Rocky Balboa Weltruhm. Der aktuelle Fortgang der Beziehungen zwischen den USA und Russland wirkt ein wenig so, als würden Rocky und Ivan Drago erneut in den Ring steigen wollen – bloß sind die Vorzeichen umgekehrte.

1962 stand der Kalte Krieg an seinem Höhepunkt, als die Sowjetunion Atomraketen auf Kuba stationierte. Kennedy’s Bruder und der späten Einsicht Breshniev’s ist es zu verdanken, dass die Welt nicht in einen Nuklearkonflikt ungeahnten Ausmaßes stürzte. Was folgte, ist bekannt: Rotes Telefon, Wettrüsten, Säbelrasseln, Verständigung, das Ende der Sowjetunion, Abrüstung, Frieden.

Wladimir Putin ist ein anderes Kaliber, als sein schwacher Vorgänger Jelzin, dessen Reformkurs nur am Anfang funktionierte, er schließlich versagte und mit dem Image eines alkoholisierten Tanzbären zugunsten des Geheimdienstlers und damaligen Ministerpräsidenten sein Amt abtrat. Unter Missachtung von Demokratie, Pressefreiheit und Menschenrechten führte jener die Macht wieder in die Staatshand, verbandelte sich wirtschaftlich äusserst erfolgreich mit dem Westen und machte sehr schnell klar, dass er erst gar nicht vor hätte, sich außenpolitisch zurückzuhalten.

Es kam wie es kommen musste: Um was es auch immer ging, auf internationalem Parkett folgte ein amerikanisch-russisches Hickhack. Getrieben von Nine-Eleven hatte George W. Bush jr. schließlich die großartige Idee, in Osteuropa ein Raketenabwehrschild zu errichten, also Rakten zur Abwehr von Raketen aufzustellen, die man angeblich aus dem mittleren Osten fürchte. Also Raketen (hach, was für ein Wort), direkt vor der Haustür – ein Deja-Vu der Sonderklasse. Seit dieser Plan bekannt ist, tat Putin seinen Unmut darüber kund, was sein amerikanisches Gegenüber aber wenig interessierte. Vielleicht aber wurde er in Sachen Tollkühnheit aber einfach unterschätzt.

Das Abrüstungsabkommen ist Geschichte, Russland (“Nicht der Irak”, so das Staatsoberhaupt) startet die Entwicklung neuer Nuklearwaffen. Weniger historisch, möglicherweise sogar höchst aktuell könnte dafür die viel zitierte Cold War Crisis bald wieder sein. Und die EU sitzt als Standort für den US-Schutzschild und dank zwiespältiger Beziehungen zu beiden Neo-Wettrüstern dann gehörig in der Bredouille. “Geschichte wiederholt sich nicht” ist wohl doch nicht mehr als eine bedeutungslose Binsenweisheit.

Danke Wladimir. Danke George. Wenn ihr so weiter macht, ist immerhin die Filmindustrie auf Jahre versorgt, und ich fang schon mal an für meinen persönlichen Atombunker zu sparen.

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