…aber nicht sehr lange. Die EU-Fraktion “ITS (Identität, Tradition und Souveränität)”, Hort diverser rechter bzw. rechtsextremer Parteien aus der Union ist nicht mehr. Wenige Monate nach ihrer Gründung hat sie ihren Fraktionsstatus verloren und damit ihr konzeptionell ohnehin vorgegebenes Ende vorweg genommen. So wie dieser werden wohl auch zukünftige Anläufe zu einer “internationalen Ultranationalen” zum Scheitern verurteilt sein.
Stein des Anstosses: Die Enkelin des”Duce”, Alessandra Mussolini, die ihrem Opa ideologisch in nichts nachsteht, nahm das jüngste Hin und Her in Italien zum Anlass, rumänischen Bürgern in Italien generell eine verbrecherische Lebensweise zu unterstellen. Fünf Abgeordnete aus dem neuen, osteuropäischen Beitrittsland nahmen ihr das ziemlich krumm, und traten postwendend aus. Wäre es nicht jetzt passiert, wäre es definitiv eher früher denn später passiert.
Und das ist ganz einfach erklärbar: Das Konzept “übertriebene Nationalstaatlichkeit gepaart mit völkischer Selbstüberschätzung und Klischees über Ausländer, getarnt mit Patriotismus und Traditionsbewusstsein” ist zum einen alt, zum zweiten mehrfach gescheitert und zum dritten für internationale Anwendung nicht brauchbar. Die eigene Fahne hochhalten und auf andere spucken funktioniert in einem multistaatlichen Gebilde nicht. Man mag zwar meinen, dass ein gewisser Ausgleich zu stande käme, wenn alle so handelten, doch in Wahrheit bräuchte ein langfristiges Bestehen einer europäischen Rechtsextremen eine gehörige Portion sadomasochistischer Neigungen. Die einen wollen innerstaatlich punkten, in dem sie bei Anlassfällen munter Klischees dreschen und Feindbilder aufbauen. Und diese Feindbilder haben genau dasselbe Ziel, in dem sie sich (nicht unberechtigt) gegen die Diffamierung der eigenen Leute stellen und ihrerseits ein Feindbild aufstellen können.
Die ITS wäre also im Laufe der Jahre zu einer Ansammlung gegenseitiger, vorurteilsbehafteter Feindbilder mit einer Ost-/Westbruchlinie geworden. Quasi eine persiflierte Version des einst kommunismusbedingten eisernen Vorhangs in einem eigenen Mikrokosmos. Mittendrin die FPÖ, die derzeit herbe damit kämpft, sich gleichzeitig gegen und für die EU auszusprechen, was letztens ja zum Vorschlag einer hauptsächlich nationalstaatlich geprägten EU-Alternative seitens Andreas Mölzer führte. Weitere Schnapsideen bitte ich an seine E-Mail Adresse zu senden.
ITS, ich werde dich wahrlich nicht vermissen.





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