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Weihnachten '07: Gedanken zur Demokratie

Mein Beitrag zu Weihnachten und Politik: Der Versuch einer Begründung der Notwendigkeit von Demokratie auf Basis von Respekt. Ich wünsche allen Besuchern von rigardi.org (und ich meine alle, auch die die mit meinen Ansichten absolut nicht konform gehen) frohe und besinnliche Weihnachten.

Demokratie

Respekt heisst Akzeptanz des Seins und Akzeptanz des Willens in seiner bestehenden Form. Existenz und Willen werden durch Gefühl und Verlangen bestimmt.
Ich denke, also bin ich. Ich bin, also fühle ich. Ich fühle, also will ich. Ich will, also denke ich. Respekt ist eine Grundlage für viele Gefühle. So ist er beispielsweise die Grundlage für Liebe. Ohne Akzeptanz des Seins, Willens, Fühlens und Verlangens des Anderen kann keine Liebe existieren. Der Unterschied zwischen Liebe und Freundschaft ist die unterschiedliche Ausprägung dieser Faktoren. Die Grundlage, die essentielle Variable, bleibt Respekt. Nur wer die eigenständige und selbstverantwortliche Entscheidung eines anderen achtet kann lieben oder Freund sein, denn Entscheidungen ergeben sich aus der Eroierung des Seins, der Richtung des Fühlens, dem Drängen des Verlangens in eine Formulierung des Willens. Respekt bedeutet im Sinne von Liebe und Freundschaft somit auch nötigenfalls die Akzeptanz einer Trennung.

Respekt ist auch eine Variable negativer Gefühle. So bedeutet sind Abneigung und Hass etwa unterschiedliche Ausprägungen der Nichtakzeptanz der vier Faktoren. Dementsprechend ist Gleichgültigkeit die Nullifizierung des Respekts in diesem Bezug. Somit kann sie nur durch Nichtkennen existent sein.

Respekt kann auch eine politische Variable sein, jedoch erweitert sich auf dieser Ebene ihr Wirkungskreis. Existenz, Willen, Gefühl, Verlangen und letztlich Entscheidungen sind nicht mehr ausschlich selbst und dem nächsten bezogen. Sie greifen weiter und verdrängen somit das Nichtwissen. Dieses wird durch Wissen, Erkenntnis, Streben und Rationalität ersetzt. Während Existenz, Willen, Gefühl und Verlangen die stärker selbstbezogene, emotionale Ebene des Respekts fundieren, formieren sich die das Nichtwissen ersetzende in die andersbezogene, rationale Ebene. Durch das Aneignen von Wissen, Erlangen von Erkenntnis, dem Drängen des Strebens dem Wirken der Rationalität ergibt sich Verantwortung. Politischer Respekt ist also das Fällen und die Umsetzung einer emotional bestimmten Entscheidung aufgrund einer ausformulierte, rational geprägten Verantwortlichkeit. Die Gewichtung ist je nach Individuum unterschiedlich.

Politische Ausgewogenheit seiner selbst ist erreicht, wenn die Verantwortung (Rationalität) mindestens genau so stark gewichtet ist, wie die Entscheidung (Emotionalität). Je stärker Zweitere jedoch Erstere überwiegt, desto stärker kippt die Ausgewogenheit, größer wird die Entfernung von der Mitte. Je größer diese Entfernung, desto schwächer ist die Ausprägung des politischen Respekts. Extreme politische Ideologien sind somit die Grundlage einer Politik emotionaler Entscheidungen die mit mit geringer rationaler Verantwortlichkeit gefällt werden. So nimmt beispielsweise Ultranationalismus starken bezug auf das Sein, das Verlangen, das Fühlen und dem Willen, beschränkt aber die Aneignung von Wissen, widersetzt sich der Erkenntnis, ordnet das Streben unter und unterbindet weitestgehend das Wirken von Rationalität. Gleiches gilt für extremen Staatssozialismus.

Andererseits führt eine Dominanz der rationalen Komponente zwar nicht weg von der Mitte, aber zu Stillstand. Ohne Gefühle gibt es keine Richtung, und ohne Richtung kein Lernen und keinen Fortschritt, solange wiederum die Dominanz der Emotion nicht unermesslich wird. Der Ausgleich erfolgt über Richtungsänderung, nicht durch ein Verschwinden der emotionalen Faktoren, da diese Antrieb der Entscheidungen sind. Eine Nullifizierung beider, somit politische Gleichgültigkeit, in der es vollständig an Entscheidung noch Verantwortung mangelt, existiert nicht, da es kein politisches selbst oder andersbezogenes Nichtwissen gibt. Diese führte nämlich zu einer gleichberechtigten wiewohl gleichgültigen Herrschaftslosigkeit, in der jeder für sich selbst ohne Interesse/Wissen und Emotion/Verlangen gegenüber anderen lebte. Dies wird durch die menschliche Natur, die gleichzeitig Herrschaft nötig macht und diese verlangt (nach ihr strebt), verunmöglicht.

Demokratie, und ihre (die doppelten vier Faktoren jeweils unterschiedlich gewichtenden Ausprägungen) ist als Konsequenz die beste bekannte Ausprägung politischen Respekts als Ausgewogenheit von Entscheidung von Verantwortung, Tyrannei (als verantwortungsreduzierte Herrschaft des Einzelnen) und Anarchie (als entscheidungsreduzierte Herrschaft des jeweils Stärkeren) stehen ihr konträr gegenüber. Wer sie etabliert hat, muss somit bemüht sein, sie zu erhalten und alle anderen, nach ihr zu streben.

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