Die Nationale Volkspartei zeigt erwartungsgemäß denselben Reflex, den man bei vielen rechtsgerichteten und weitrechten Formationen in ganz Europa beobachten kann: Unter dem Vorwand der Heimatliebe wird eine nur schwer zu definierende Angst vor dem “Multikulti” heraufbeschworen an dem die Europäische Union die Schuld trägt. Das Feindbild EU macht es selbstverständlich leicht hier und da ein wenig politisches Kleingeld einzusacken. Denn ein Austritt ist längst nicht mehr zielführend, hätte politisch und wirtschaftlich wahrscheinlich fatale Konsequenzen und wäre – auch wenn die formalen Kriterien geschaffen wurden – gar nicht so einfach bewerkstelligbar. Apropos “formale Kriterien”: Die ursprüngliche EU-Verfassung, jetzt Reformvertrag, wurde eben von diesen Gruppierungen vehement abgelehnt, trotz des Wissens das es davor noch gar keine Reglementierung eines eventuellen Ausstiegs gab.
Da die NVP hier in die selbe Kerbe (wenn man sich im dortigen Forum umsieht, merkt man, dass sich viele Mitglieder offenbar in einem brüderlichen Verhältnis zu den “Blauen” sehen) wie die FPÖ schlägt, fällt auch die Erklärung relativ leicht. Weil etwas bekämpft wird, was so nicht bekämpft werden kann, schlichtweg weil die Bekämpfung alleine eigentlich keinen Sinn mehr ergibt und ein Erfolg nahezu ausgeschlossen ist, begibt man sich in keinerlei Verantwortung. Der “Dagegen weil es nicht national ist”-Reflex kann ungehindert ausgelebt werden, wohl wissend dass der Pseudokampf ein immerwährender sein wird, da die EU nicht einfach so verschwinden oder selbst auf längere Sicht zerfallen wird. Ebenso dürfte vielen der Gegner auch klar sein, dass es ohne der Union nicht mehr geht. Selbst noch “unionsfreie” Staaten wie die Schweiz pflegen sehr starke Beziehungen mit Brüssel, dass ihnen auch gewisse Verpflichtungen abnötigt. Angesichts bestehender Großmächte wie den USA und Russland, aufstrebenden Giganten wie China und Indien ist man in Europa auch gut beraten über gemeinsames, organisiertes Agieren ein politisches wie wirtschaftliches Gegengewicht zu erschaffen – letztlich zum Erhalt des Wohlstandes.
Natürlich ist uneingeschränkte EU-Bejubelung genau so schwachsinnig wie eine Austrittsforderung, der intelligente Weg führt wie üblich durch die Mitte: Mißstände konkretisieren, neue Ideen entwickeln, an Verbesserungen arbeiten. Leider sind noch lange nicht alle Unionsbürger “Gewinner”, der Weg stimmt aber prinzipiell. Dieser Mittelweg bedingt jedoch drei wichtige Voraussetzungen: Akzeptanz (das Projekt “gemeinsames Europa” ist grundsätzlich gut), Altruismus (nicht nur die eigenen, sondern die Vorteile aller Suchen) und Konstruktivität (das Einbringen eigener Ideen nach ausführlicher Auseinandersetzung mit Problemstellungen). Die NVP verfehlt alle drei und selbst wenn ein möglicher Mißstand gefunden wird, werkelt man nur an seinem undifferenzierten Feindbild weiter und bietet man nur den Austritt als Allheilmittel an. Konkrete Ideen für “danach” existieren nicht. Strache versuchte sich an De Gaulle und sprach kürzlich von einem “Europa der Nationalstaaten” (wobei auch De Gaulle diese Phrase nie näher erläuterte), ähnliches liest man auch bei den Recken des Robert Faller. Ein gutes Beispiel für diese kurzsichtige und verantwortungsfreie Form der Stimmenakquise bietet ein NVP-Beitrag vom 28. Dezember 2007, dessen Autor wohl derselbe C.B. ist, der auf rigardi.org schon den einen oder anderen Kommentar hinterlassen hat.
Aufgrund der Schengen Erweiterung, hat Österreich nun mit einem Asylchaos zu rechnen, worauf unsere Volksfremden Politiker sicher nicht vorbereitet sind. Denn all die Schlepperbanden in Europa wissen, wo der Ausländer mehr wert ist als der Inländer. Nur ein freier neutraler Nationalstaat kann uns vor solchen Auswüchsen noch retten. Für die Österreicher ist es nun Zeit zu erkennen, dass die EU nur wie ein Krebsgeschwür an uns hängt, und uns durch dumme Regelungen immer mehr in die Armut treibt. Wir sind nicht das Armenhaus der Welt! Unsere Heimat wird hier verkauft und zum Spielball der Eurokraten und div. Multinationaler Konzerne gemacht. Zivilcourage ist nun gefragt, denn das Unrecht UNS gegenüber wird immer größer.
Die einzige Lösung; Austritt aus der Europäischen Union JETZT!!! JA ZU ÖSTERREICH – RAUS AUS DER EU!!!
Die Unfähigkeit sich mit der EU, bzw. dem Gedanken der internationalen Kooperation auseinanderzusetzen zeigt sich auch in einem anderen Symptom: Versuche der rechten und rechtsextremen Parteien, sich europaweit in einem Bündnis zu formieren, schlugen regelmäßig fehl, hauptsächlich weil die übertriebene Nationalstaatlichkeit gleichzeitg zu einer Abwertung und “Verfeindbildung” jener führt, mit denen man eine Ebene über dem Nationalen kooperieren will. So trug die Enkelin des Duce, Alessandra Mussolini, wesentlich zum schnellen Ende des letzten Zusammenarbeitsversuchs ITS bei, als sie nach dem gewaltsamen Tod einer Italienerin durch einen jungen Rumänen zu einer verbalen Frontalattacke auf Rumänien und seine Einwohner bließ.
So bleibt Weitrechten und Rechtsextremen vorerst nur die Zusammenarbeit entlang gemeinsamer, vermeindlicher “ethnischer und sprachlicher Achsen”, wie etwa Südtirol-Österreich-Deutschland. Das wiederum wird zukünftig verhindern, das Parteien dieser Ausrichtung mehr als nur Achtungserfolge einheimsen. Wie sich am Beispiel der FPÖ gut gezeigt hat, war mit der großgeschriebenen EU-Gegnerschaft anno 2000 auf einmal sehr schnell Schluß, als man über Regierungsverantwortung (nebst Sanktionen) letztlich mit Brüssel arbeiten musste. In Opposition dagegen lässt sich viel mehr predigen als man schon rein theoretisch erfüllen könnte. Was bei NVP und Co. dabei übrigleibt ist kurzsichtige, verantwortungsfreie, ideenlose Phrasendrescherei.
Werte Leser! Ich bin immer auf der Suche nach Informationen und Neuigkeiten zur NVP. Wer weiterhelfen kann und möchte, schickt sein Material bitte an die neu eingerichtete Email
. Selbstverständlich wird allen Hinweisenden absolute Anonymität garantiert.





Die “volksfremden” Politiker, genau.
Wenn solche Möchtegern-sich-wiederbetätigen-könnende ihr Vokabular ausführen, dann werden wieder Lehrbeispiele des rassistischen Diskurses geliefert.
Das politische System liefert dazu immer mehr die Anknüpfungspunkte. In dem Maße nämlich, in dem “Politik” (und mithin die Akteure: PolitikerInnen) zu einem selbstreferentiellen Universum verwoben wird, dessen System-Umwelt-Grenzen immer radikaler die Gesellschaft/Bevölkerung ausgrenzt.
Bzw. sollte ich das “politische System” eher politisch-wirtschaftlich-medialen Staatsapparat nennen, aber das bietet für sich die nächsten Andockstellen für Verschwörungstheorien, also auch nicht gut.
Vokabel wie das angesprochene “volksfremd” bekommen dadurch verstärkten identifikatorischen Reiz für wieder immer weitere Gruppen. Die konnotieren “volksfremd” vl. von sich aus gar nicht so wie diese MöchtegernNazis. Denen spielt das aber herrlich zu. Weil die definieren nicht nur – vollkommen idiotisch – was “Volk” und was “fremd” sei, sondern können noch dazu auf die österreichische Sprachkultur der Volksmusik- und Sportchauvinismuswelt aufbauen, auf die Leerstelle nie diskutierter republikanischer und verfassungsstaatlicher Prinzipien etc.
ach, ecklig & traurig
ach, ecklig & traurig -> du sagst es ;)
die Nationalisten, die uns in Deutschland und Frankreich führen, sind ein Problem für die internationalistisch gesinnte Europajugend.
Koch, Sarkozy und Co müssen weg.
Ja aber recht viel Intelligenz steckt hinter dieser Aussage bestimmt nicht? Hat nicht jeder Mensch das Recht Gefahr von sich, seiner Familie und seinem Eigentum abzuwenden? Ich werde oft genug von Ausländern angebettelt und viele Frauen werden sogar belästigt und dann kommt man einfach mit der Ausrede, das machen doch Österreicher auch! Aber es ist eindeutig bewiesen, daß von einem durchschnittlichen Ausländer mehr Straftaten als von einem durchschnittlichen Österreicher verübt werden! Außerdem welche Ideen hast du denn? Alle Grenzen aufmachen und jeder kann dann tun und lassen, was er für richtig hält? Ist das vielleicht deine Vorstellung von Staat und Gesellschaft?