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Rechter Eiertanz in der Hofburg

Heute findet in der Wiener Hofburg der “55. Wiener Korporationsball”, im Volksmund auch “Burschenschafterball” genannt, statt. Veranstalter ist der Wiener Korporationsring (WKR). Das dort viel einschlägiges Klientel erwartet wird, ist ein offenes Geheimnis, daher protestierte im Vorfeld bereits die Hochschülerschaft gegen den Ball und die Grünen appelierten an Bundespräsident Fischer, Stellung zu beziehen – die Präsidentschaftskanzlei ließ lapidar verlautbaren, der Ball ginge sie nichts an, nur weil er in diesen Räumlichkeiten stattfinde. Demos sind wohl angekündigt und bereits im Gange. Seit 17 Uhr ist das Gelände um die Hofburg abgeriegelt. Dem WKR gehören nicht nur “normale” Burschenschaften (deren Gesinnung bereits oft sehr fragwürdig ist) an, sondern solche, die beispielsweie vom Dokumentationsarchiv Österreichischer Widerstand als “rechtsextrem” eingestuft werden.

Letztes Jahr war an besagtem Ball Ex-FPÖ Abgeordneter John Gudenus Ehrengast, ein Jahr nachdem er sich wegen Wiederbetätigung vor Gericht verantworten musste und rechtskräftig zu zwölf Monaten bedingter Haftstrafe verurteilt wurde. Er hatte öffentlich die bewiesene Existenz von Gaskammern (vor Gericht präzisierte er dies dann auf das Anzweifeln von “Gaskammern im Dritten Reich”) geleugnet. 2008 ist Gedenkjahr zum 38er Jahr des “Anschlusses”, deutlich war daher der Kommentar des grünen Justizsprechers Steinhauser aus, der nicht wahrhaben wollte, das “im Parlament Schweigeminuten abgehalten werden, während in der Hofburg die Rechtsextremisten tanzen”. Harsch fiel die Reaktion des WKR aus, der verlautbaren ließ, sich nie politisch geäussert zu haben und einen Anwalt einschaltete. Mir stellt sich die Frage, ob sich angesichts so mancher Ballgäste und Ehrenbesuchern – und speziell letzte werden dezidiert vom Veranstalter geladen – eine solche Äußerung noch nötig ist.

In einigen Newsforen geht es heiß her, wie üblich stoßen sich Befürworter an Demonstrationsaktionen, während die Gegner ein Problem mit der Veranstaltung an sich haben. Das Wort “Meinungsfreiheit” hat wieder Hochkunjunktur. Wenn jedoch Kritiker des meiner Meinung nach als einschlägig zu beurteilenden Events pauschal als steinewerfende Unruhestifter der linken Antifa dargestellt werden und der WKR wegen einer durchaus begründeten Aussage (ich denke ein in diesem Kontext verurteilter Ehrengast etc. gibt das durchaus her) einen Juristen ins Rennen schickt, sieht man wie viel jene, die sich gerne zu Märtyrern machen wollen, selbst davon halten. Demonstrieren ist Meinungsäußerung, und das der Korporationsball und der Veranstaltungsort Unbehagen hervorrufen war absehbar. Ich finde es gut, dass so etwas nicht unkommentiert bleibt.

Die Masche der Geschichtsretardierten wird immer durchsichtiger, und so verkommen die Kaschierungsaktionen des WKR und damit auch der Ball selbst zu einem entlarvenden Eiertanz.

Offtopic PS: Aufgrund von Prüfungsstress etc. wird rigardi.org wohl die kommende Wochen spärlicher aktualisiert werden.

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