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Problem erkannt? Westliche Medien und der Islam

Eine glorreiche und längst überfällige Erkenntnis verkündete zuletzt sogar der deutsche Mister Bundestrojaner Innenminister Schäuble. Im Rahmen der diesjährigen deutschen Islamkonferenz hört man von ihm dann sogar Sätze wie “Aber wenn wir zuviel Furcht schüren, ist das nicht richtig.”, oder im Streitgespräch mit Islamgegner und Broderist Ralph Giordano (siehe auch: Broderismus) zum Beispiel “Wir müssen den Muslimen signalisieren: ‘Wenn ihr euch hier integriert, seid ihr willkommen.’ “ Ein direkter Kommentar zur Veranstaltung selber: “(…) da habe ich viel dazugelernt.” Na hui, es geht doch langsam. Dem nicht genug gab es sogar versöhnliche Worte zum türkischen Premier Erdogan, der bei seinem letzten Deutschland-Besuch für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Gleichzeitig entdeckt man auch eine neue Front, die sich auf die Umsetzung von Integration von der Theorie in die Praxis (weil in der Theorie bisher weitgehend ignoriert) wenig förderlich auswirkt: skandalisierende Berichterstattung der Massenmedien. Schleichenderweise wurden seit 9-11 und dem resultierenden Fokus auf die neue Lieblingsterroristengruppe der Rundfunk und Printvertreter, Al Quaida, das Image von allen Moslems erheblich belastet. Da mutierte der vom langbärtigen Türken von nebenan betriebene Kebabstand in den Augen mancher schonmal zur potentiellen Terrorzelle.

Dazu hält der Islamologe Andreas Görke (Universität Kiel) fest:

“Die Berichterstattung über den Islam ist in Deutschland grundsätzlich problematisch”, meint Andreas Görke, Islamwissenschaftler an der Universität Kiel (…) im Gespräch mit pressetext. Obwohl man kein Pauschalurteil zu dieser Problematik abgeben könne, seien die Medienberichte zum Thema zumindest der Tendenz nach von einem negativen Unterton geprägt. “Die Berichte basieren häufig auf Unwissenheit und sind in der Sache so nicht zutreffend”, stellt Görke fest. Als Resultat entstehe ein vielfach sehr einseitiges Bild des Islam bei der deutschen Bevölkerung. Es komme dabei aber auch darauf an, aus welchem Lager die jeweiligen Berichte kommen. “Bestimmte Stimmungen werden eben gerne von den Medien bedient”, ergänzt Görke.” (Quelle)

Ja, das Themenfeld Integration ist verdammt komplex und es ist für viele Europäer scheinbar mühselig zu begreifen, dass es ebensowenig “ein” Islam existiert, wie das “eine” Christentum. Da sich die Medien darüber aber eher ausschweigen und lieber über Amateur-Drohvideos berichten (oder erbärmliche, inszenierte Pseudo-Attentatsversuche wie diesen hier zu einer bedrohlichen Story aufblasen) muss ein Moslem im Westen beim täglichen Anblick diverser Titelschlagzeilen ein mulmiges Gefühl im Magen kriegen. Immerhin, das Problem (besser: eines der vielen) an sich scheint erkannt.
Bin gespannt, auf welche Lösungskonzepte man kommt…

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2 Kommentare

  • Am 2. Juni 2008 sagte Wolfgang Schrögendorfer:

    Naja. Ich möchte da auf Dar-al-Islam hinweisen. Der Wunsch der Muslime nach einer gesamtmuslimischen Welt, dies kann allerdings nur Konflikte und wieder Konflikte bedeuten, soviel sollte uns allen klar sein. Die Religionsfreiheit hat Vorteile, aber es darf nicht dazu führen, dass Personen an die Macht kommen, die die Religionsfreiheit einfach benutzen, um eine islamische Welt zu schaffen. Aber ehrlich gesagt, ich habe bedenken, gegen jede Religion, die allzu extrem ist und glaubt nur sie seien richtig auf dieser Welt. Ich glaube der Islam wird in einigen Jahren, unsere freien Werte grundlegend ändern, dann sind wir wieder dort, wo wir angefangen haben, als das Christentum noch alleinige Staatsreligion war. Dann können wir uns wieder alles diktieren lassen, seid doch einmal ehrlich, wollt ihr dies wirklich? Denkt doch einmal an die vielen Ehrenmorde die schon in Mitteleuropa verübt wurden!

  • Am 3. Juni 2008 sagte Georg Pichler:

    …ich habe bedenken, gegen jede Religion, die allzu extrem ist und glaubt nur sie seien richtig auf dieser Welt.

    Dann müsstest du was gegen die meisten anerkannten Religionen haben, denn eine Religion, die sich nicht für die “beste und wahre” Religion hält, ist keine Religion. Den Anspruch erheben so ziemlich alle Weltreligionen (mit Ausnahme des Buddhismus vielleicht, der aber sowieso ganz anders konzeptuiert ist, und auch nicht von jedem als etwas gesehen wird, was man sonst unter Religion versteht().

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