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Studentenheim goes Orwell #2

Der nächste Schritt in der Bekämpfung der Internetüberwachung Seitens des Studentenheimträgers WIST ist getan. Der offene Brief ist seit einiger Zeit fertig verfasst und liegt der Heimsprecherin vor. Geplant ist, dass er von ihr und den Heimsprechern der zwei anderen betroffenen Salzburger Studentenunterkünfte unterzeichnet, und dann der WIST vorgelegt wird. Veröffentlicht wird er so oder so. Parallel startete eine Petition, in der jeder Bewohner die Möglichkeit hat, gegen die sinnlose Inhaltskontrolle zu unterschreiben. Unterstützt werde ich dabei von Alemayehu “Alex” Gemeda, einem Mitbewohner aus Äthiopien, der als ausgewiesener IT-Experte hohes Ansehen im Heim genießt. Eine englische und deutsche Version liegt seit eben in jedem der fünf Stockwerke auf. Der Druck soll nicht nur von den Legitimierten (also den Heimsprechern), sondern auch von “unten”, den einzelnen Bewohnern kommen. Zudem sehe ich das Gesetz auf unserer Seite.

Laut Auskunft des Haustechnikers sollen die Logins in etwa zwei Wochen reaktiviert werden und gleichzeitig die angedrohte Protokollierung starten. Über den offenen Brief und die Petition soll ein klares Signal gesetzt werden, bevor es dazu kommt.

Es scheint auf Seiten der Studentenvertretung bisher auch einiges schief gelaufen zu sein. In einer Sitzung mit Beteiligung derselben sind diese Maßnahmen angeblich beschlossen worden. Unsere Heimsprecherin hat sich dem Vernehmen nach dort eine Stunde lang berieseln lassen und auf einer dezidierten “Internetsitzung” lieber eine zerbrochene Glasscheibe (als Kollateralschaden einer Party) thematisiert. Sie hat, wie sie mir gegenüber zugestanden hat, keine Ahnung von der dem Internetzugang zugrunde liegenden Technik, und damit hat ihr auch die Möglichkeit gefehlt sinngemäß gegen die Überwachungspläne zu argumentieren. Sie hätte besser jemanden mit entsprechendem Wissen mit ihrer Vertretung beauftragt. Wohlgemerkt, das ist kein persönlicher Vorwurf. Es ist ein fachlicher.

Wie es weitergeht, wird sich zeigen. Die Inhaltskontrolle dürfte in jedem Fall entweder verhindert oder nachträglich gekippt werden, denn sie dürfte mit hoher Sicherheit widerrechtlich sein. Die Frage ist nur, auf welchem Wege dies geschehen wird. Konsens oder Konfrontation.

Hier noch der Wortlaut des offenen Briefes und der Petition:

Texte anzeigen…

[creative commons license] photo credit: camara con vista!

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