Bis vor wenigen Monaten war das verfügbare Internet hier im Studentenheim Merian / Salzburg der pure Horror. 2 mbit für ca. 120 Leute, Analogmodem-Geschwindigkeiten zu Stoßzeiten, ständige Zusammenbrüche, scharfe Proxyrestriktionen. Dann kam das “neue” Internet, eine 10 mbit Leitung für das Haus über eine Telekom Austria Standverbindung. Das funktionierte einigermassen gut. Es war zwar nicht unbedingt das Websurfparadies, aber endlich konnte man E-Mail und FTP Clients benutzen und wurde beim Uniwebmail nicht dauernd ausgelogged.
Allerdings fiel die Verbindung zuweilen komplett aus, dementsprechend wurde öfter am hausinternen Server herumgewerkelt. Selbst als es wieder stabil ging spielten sich die Telekom-Menschen noch weiter. Besser wurde es dadurch nicht. Plötzlich war der Download vielerorts zu Anfangs ewig langsam und ging erst nach mehr als 5 Minuten mit einigermassen brauchbarem Speed, wenn er nicht vorher oft genug abbrach. Im Moment grenzt die Verbindungsqualität wieder an eine Zumutung. Da sich die Beschwerden wohl häufen dürften, hat die Heimverwaltung reagiert – und die Schuldigen auch schnell gefunden.
Hier im Wortlaut der Text des Zettels, der heute morgen an jeder Tür angebracht wurde.
Was bedeutet das nun? Das Problem sind nicht direkt die heruntergeladenen Datenmengen, sondern eine Auslastung der Bandbreite. Die Datenmenge kann, da es kein Transferlimit gibt, auch gar keine Rolle spielen. Ich schließe daraus, dass man zwar Seitens der TA einen Squid-Proxy installieren konnte, der meiner Meinung nach aber nur mäßig kompetent konfiguriert wurde, es aber nicht zustande bringt, eine Bandbreitenlimitierung für einzelne IPs als auch die Gesamtlast einzustellen bzw. dies über ein zusätzliches Programm am Linuxserver zu bewerkstelligen. Dies wäre von Nöten, um alle angesprochenen Probleme zu lösen. Stattdessen spielt man den Günther-Platter-Blues.
Derzeit ist es noch möglich, seinem Rechner willkürlich eine eigene IP zu verpassen. Da der Proxy momentan noch keine Logindaten abfragt, ist eine Verfolgung zu einzelnen Teilnehmern ergo ausgeschlossen (es wurden auch keine MAC-IDs erhoben bzw. im Einzelnen freigeschaltet). Ich folgere daraus, dass diese Loginabfrage bald eingeführt wird.
Das Erheben wer wann wo surft Seitens einer nichtstaatlichen Organisation betrachte ich zum Einen als Eingriff in die Privatsphäre und als möglicherweise auch als rechtswidrig, egal was im Benutzungsvertrag für den Internetzugang steht. Zudem lässt sich nicht pauschal über Dateinamen und URLs ermitteln, welche Inhalte nun gesehen bzw. geladen wurden. Die Informatiker im Haus werden einen Heidenspaß mit den angedrohten Abmahnungen haben, denn Linuxdistributionen und (mitunter kostenlose) Entwicklertools und dergleichen sind nicht gerade klein. Und noch einmal, da eine einfache Lösung ohne Überwachung auf der Hand liegt und das Argument “Downloadmenge” in keinem logischen Zusammenhang mit dem eigentlichen Problem steht, hat die technische Beobachtung und die damit verbundene Einschüchterung keinen Sinn.
Ganz perfide ist die “Kontrolle durch eine Vertrauensperson aus den Reihen der Studenten”. Namen werden natürlich nicht genannt, wie man diese Vertrauensperson “rekrutiert” wird eventuell auch geheim bleiben. Prinzipiell bekommt alles so einen leichten “Neighbourwatch-Touch”.
Fazit: Da der TA offenbar das technische Problemverständnis fehlt und die WIST davon erst recht keine Ahnung zu haben scheint, greift man zur scheinbar einfachsten Lösung – in diesem Falle Überwachung. Die technische Ursache der Zugangsstörungen wird damit nicht behoben, was zu Stoßzeiten wiederum keinen Ausfall verhindern würde. Warum die Telekom zwar Verbindungen protokollieren, aber keine intelligente Bandbreitenlimitierung einrichten kann, wird wohl ihr Geheimnis bleiben.
Ich für meinen Teil werde prüfen, inwieweit diese Schikanen mit dem Nutzugsvertrag als auch den entsprechenden Rechtsbestimmungen vereinbar sind, und dementsprechende Maßnahmen setzen.





Ich würde mal vermuten, dass eine Loginpflicht und eine Überprüfung des Downloadvolumens keine datenschutzrechtlichen Aspekte aufweisen, wenn nicht neben der Menge auch die Inhalte auch die Inhalte/Surfziele, etc. den Personen zugeordnet würden. Allerdings ist das durch die neue Maßnahme einfach, würde mich nicht wundern, wenn man das dann auch täte. Wie gesagt: Laienmeinung.
Es ist ja explizit angedroht worden, dass das gemacht wird. Und da würde mich der rechtliche Aspekt sehr interessieren.
Gegen die Loginpflicht (die verhindert dass jemand – obwohl es kein WLAN ist – einfach ins Heim marschieren und das Inet nutzen kann) hab ich ja nix. Der Transfervolumscheck wäre mir auch noch relativ egal, das Inetangebot ist in der Hinsicht nicht limitiert. Nur wird mit Transfervolumen argumentiert, wenn es eigentlich um Bandbreite geht, und die völlig falschen Mittel ergriffen.
Ich hatte ja mit Siggi und dem Typen von der TA geredet und die meinten, die hätten jetzt es wieder so gemacht, das alle über den Proxy laufen MÜSSEN.
Das war übrigens auch der Grund für die großen Downloadmengen und die Resets/Abstürze/ka vom Server: Zwischendurch konnte man ohne Angabe des Proxies ins Inet einsteigen und durch die fehlende Proxy-Kontrolle echt die ganze Leitung ausreizen, was auch viel taten (ich zähle mich dazu).
Sorry, aber was können wir User dafür, wenn die das nicht ausschalten, und wir es nutzen, weil dadurch Downloadmanager und ähnliches fixer gehen? In den Datenschutzrichtlinien wurde aufgeführt, dass das Benutzen bestimmter Programme nicht gestattet ist (z.b. Emule und Azureus). Mehr aber nicht, und jetzt wird von MISSBRAUCH geredet.
Typisch WIST irgendwie.
Sascha
[...] goes Orwell #2 1 Ansichten Der nächste Schritt in der Bekämpfung der Internetüberwachung Seitens des Studentenheimträgers WIST ist getan. Der offene Brief ist seit einiger Zeit fertig [...]
servus,
kann ich deine beiden texte zu dieser thematik auch im heimblog veröffentlichen? gern auch unter deinem namen, angelegt hab ich dich eh schon, wie du wahrscheinlich schon bemerkt hast.
[...] Teil 1 des ursprünglich auf rigardi.org veröffentlichten Textes (10. [...]
[...] gewesen, sondern immer nur eine Kontrolle des Datenvolumens. Ich möchte an dieser Stelle den Zettel in Erinnerung rufen, der vor drei Wochen an unsere Türen gehängt wurde. Ganz besonders diesen [...]