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Die WIST und die Willkür #2

Prolog

Während ich weiterhin gespannt auf die Auskunft des Wissenschaftsministeriums warte, hat sich die WIST auch infolge des Anrufs aus der Standard Onlineredaktion bei mir nicht gemeldet. Währenddessen habe ich festgestellt, dass zumindest eine weitere Nichtverlängerung möglicherweise nicht rechtens sein könnte. Gegenüber der Journalistin gab die WIST übrigens an, dass die Nichtverlängerung “sicher nichts” mit der Internetpetition zu tun habe. Man bleibt also bei der Aussage, dass man mir den Zimmervertrag nicht erneuern will, weil man mich zwingen will bei 8-9 Grad Celsius Lebensmittel zu lagern während man gleichzeitig jegliches Feedback konsequent ignoriert. Bravo! Und damit sind wir nun mitten im Thema.

Nachgemessen

Im Zuge des ersten Artikels zu dem Thema habe ich die Temperatur in meinem zwangsverordneten Kühlfach nachgemessen, und habe eben erwähnten Wert festgestellt. Und das an einem Tag, an dem es draussen unter 20 Grad hatte. Bei Wetter wie heute, wo sich der Messwert um die 30 eingependelt hat, ist es auch in der Küche deutlich wärmer, denn die Dämmung unserer Fenster ist – dezent gesagt – mangelhaft. Laut Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs sollte die Temperatur in einem Kühlschrank einen Wert von 4 °C nicht überschreiten, um die Vermehrung “lebensmittel-verderbender Bakterien” (also jene, die hauptsächlich Eiweiße umwandeln) zu verhindern. Nun ist ein solcher Tipp Seitens eines Verbandes von Firmen, die durch Stromverkauf ihren Gewinn erzielen, eventuell wenig “neutral”. Das bewog mich nun, beim städtischen Salzburger Gesundheitsamt anzurufen, wo ich flugs an die Lebensmittelaufsicht weitergeleitet wurde.

Angemessen

Dorthin durchgewählt sprach ich mit einem professionellen Lebensmittelkontrolleur, der sich sonst mit der Prüfung von Gastronomiebetrieben befasst. Seiner Auskunft nach sollten Fleisch, Fisch, Eier und Ähnliches tunlichst nicht über 4 Grad, Milch und Milchprodukte nicht über 7 Grad gelagert werden. Ich wiederhole es gerne, mein Thermometer zeigte nach seiner mehrstündigen Kühlfachsitzung über 8 Grad an. Das mag an der Rückwand im Einzelfall für ein, zwei Milchpackungen reichen – mehr nicht. Wer ausgewogene Ernährung betreiben will, ist schlecht bedient. Rechtsvorschriften bezüglich Studentenheimträgen kannte der gute Mann leider nicht. Ich gehe aber stark davon aus, dass diese adäquate Kühlgelegenheiten bieten müssen, speziell wenn sie ohne schriftlicher Grundlage und Verweigerung jeglicher Kommunikation Leute wegen einer schätzungsweise 16,5 Watt starken Campingkühlbox (die mit 3-4 Grad Kühltemperatur das Optimum erfüllt) aus dem Heim haben wollen. Jeder Gastronom würde sich bei derartigen Zuständen entsprechende Sanktionen einfangen. Mein Auskunftgeber riet mir auf Nachfrage zu einem “rechtsfreundlichen Berater”.

Unvermessen

Soweit will ich dann vorerst nicht gehen. Ich setze weiterhin darauf, dass sich über das BMWF eine Lösung ergibt, und in Folge dessen dann eine Möglichkeit, für die angesprochenen Probleme auf bilateralem Wege eine Lösung zu erarbeiten. Meine Kühlbox ist kein Dogma (aber derzeit ein nettes Symbol für Widerstand), ich bin gerne bereit sie abzustecken, wenn die WIST entsprechend temperierte und absperrbare Kühlgelegenheiten bereitstellt. Für alle, selbstverständlich. Da der scheidende Otto Sieber, bzw. die anderen Verantwortlichen aber seit ich hier bin jegliche Rückmeldungen kommentarlos abblitzen ließen, bin ich auch dabei wegen mietrechtlicher Belange (bzw. Fragen zum Studentenheimgesetz) einen Anwalt zu konsultieren.

Ausgemessen

Auch ein Plan B (Umzug in ein anderes Heim oder WG, nach ersten Auskünften stehen die Chancen diesbezüglich wie erwartet schlecht) und C (Unterbrechung des Studiums für ein Semester, Überbrückung durch Praktika o.ä., danach Umzug nach Wien) sind vorhanden. Plan A – das Bekämpfen einer ungerechtfertigten Nichtverlängerung, die Fortsetzung meines Heimlebens im Merian und die Verbesserung der dortigen Umstände – wird jedoch so lange wie möglich mein oberstes Ziel bleiben.

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5 Kommentare

  • Am 23. Juni 2008 sagte Tom Schaffer:

    GO GEORG.

  • Am 23. Juni 2008 sagte holtmichhierraus:

    egal wies ausgeht, versprichst du uns nie wieder zu singen?

  • Am 23. Juni 2008 sagte SaschaP:

    Was habt ihr denn? Robbie Williams und Enrique Iglesias klingen unplugged auch schrecklich :D

  • Am 23. Juni 2008 sagte Georg Pichler:

    Ich fürchte, damit kann ich nicht dienen. Aber ich geb ja auch nicht vor der nächste Elvis Presley zu sein ;)

  • Am 23. Juni 2008 sagte Mig:

    Keep up fighting Georg! Ist ja alles so lächerlich (von Seiten der WIST). Nur nicht aufgeben.

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