
Der Wahlkampf ist offiziell eröffnet. Und obwohl sich die FPÖ konsequent in politischem Provinzionalismus und nationalistischen Abschottungsideen übt, scheint das Wahlkampfbüro doch ab und an über den großen Teich zu schielen. Wie sonst ist es zu erklären, dass man sich nun bei der Kampagne des US-demokratischen Präsidentschaftsanwärters Barack Obama bedient, und das sogar ziemlich dreißt. Eigentlich müsste dieser – als erfolgreicher Politiker mit Migrationshintergrund und sozialdemokratischen Ansätzen – sowas wie ein Klassenfeind für die “rechten Recken” sein. Scheint nicht weiter zu stören, denn man bedient sich kräftig beim Websitelayout (wenn gleich man vom technischen Stand her ein paar Jährchen hinterherhinkt, siehe zB. fehlender RSS-Feed) und verwendet mal eben seinen Slogan im neuen “Viva HC”-Lied.
Die Eingangsseite von barackobama.com und hcstrache.at weisen mitunter verblüffende Paralellen in Anordnung, Farbgebung und Stil auf (siehe Bild – Klick zum Vergrößern). Ein Schelm, wer da an Zufall glaubt. Sehr lustig auch, dass sich Strache mit “StraCHE” nun schon seit einiger Zeit an einem ebenfalls linken Idol – Che Guevara – vergreift.
Wirklich absurd wird es beim “Viva HC” Wahlkampfsong, der zwar hinsichtlich der musikalischen Qualität aufgebohrt wurde, gemessen am gesangskünstlerischen Peinlichkeitsfaktor dem 2006er “HC Rap” aber in nichts nachsteht. Neben unsagbar originellen Textzeilen wie “die Grünen sind mit’m Fahrrad da” findet sich im Refrain die Passage:
“HC, Viva HC, Adios Che, Yes we can! For change today!”
Das mit Sternchen markierte Wort habe ich trotz mehrmaligen Anhörens nicht eindeutig verstanden, es dürfte sich aber tatsächlich um “can” handeln. Man hat also Obamas Leitslogan 1:1 kopiert und in eine grammatisch unsinnige Aussage gepresst (“Ja, wir können für Veränderung heute”).
Prinzipiell ist es ja lobenswert, Neuerungen anhand von Positivbeispielen zu etablieren. Die FPÖ zeigt mit ihrem Wahlkampfstart jedoch, wie man es am besten nicht macht. Das innovationslose Übernehmen anderer Ideen (und das auch noch in schlechterer Ausführung) kann langfristig nur scheitern. Zudem sitzt Jörg Haider dem freiheitlichen Chef mit derlei Plagiarismusvorwürfen spätestens seit der Renaissance der “Sie sind GEGEN ihn, weil er FÜR euch ist”-Sujets im Nacken.
Barack Obama füllt auf seiner Wahlkampftournee ganze Football-Stadien. Bei HC Strache wird es auch in Zukunft nur für Bierzelte reichen.
Photo Credit: Ausschnitt Portraitfoto von hcstrache.at





Solange sich Strache samt Team die Zeit mit Blödheiten vertreibt, hat er wenigstens keine Zeit, wirklichen Blödsinn anzustellen.
Lieber Pichler! Bei Dir schwingt bei “in politischem Provinzionalismus und nationalistischen Abschottungsideen” etwas Abwertendes mit. Warum findest Du Abschottung gegenüber der Weltwirtschaft schlecht?
Es gehört meines Erachtens doch ein wenig Sand ins Getriebe des Kapitalismus!
Und weiters senkt die Abschottung das österreichische Verkehrsaufkommen und hilft damit der lärmdurchdröhnten und abgasdurchseuchten Umwelt, weil weniger Lkw durch unser Land durchfahren.
Ein abgeschottetes Land senkt die durchschnittliche Größe der hiesigen Betriebe, womit folglich deren Anzahl steigt. Damit rücken sie näher zu den Wohnorten, und die allgemeine Verkehrsbelastung sinkt.
Pauli
ich find Straches Auftritt, abgesehen von unsagbar auch ziemlich peinlich!
*lol* Also dieses Bild: “Rechtsradikaler Parteichef einer rechtsradikalen Partei mit zuviel Wählerpotential verkleidet sich als linksradikaler Revolutionär mit zuviel Ambitionen in Südamerika” musste ich mir erstmal auf der Zunge vergehen lassen (wie war da doch der Spruch (aber eher im Zusammenhang mit Horst Mahler): “Rechtsradikal, Linksradikal, scheissegal”)
Glaubt er echt, damit bei Facebook auch 1,2 Mio. Supporter zu kriegen? *g*
@Pauli: Falsch ist es, weil sich Österreich gar nicht abschotten kann:
1. Österreich ist ein Big Player in Europa und auch in der Welt, viele Industriebetriebe Österreichs leben von Aufträgen aus aller Welt.
2. Österreich kriegt viele Subventionen für die Unterstützung von freien Rundfunksendern, für das AMA-Gütesiegel, für Biobauern usw. Gut, insgesamt wird auch viel gezahlt, aber die USA haben für Österreich z.b. gezahlt, ohne groß was zurückbekommen zu haben, die nicht einmal ein Gütesiegel für “gutes” Fleisch ;)
3. Den Transitverkehr konnte Österreich vor dem EU-Beitritt noch weniger drosseln wie jetzt: Jetzt finanziert die EU die Ausbau-, Umbau- und Neubaumaßnahmen an den Pässen, 1970 durfte Österreich die Brennerautobahn noch selbst bezahlen, 2008 zahlt die EU, Italien, Deutschland den größten Teil des Brenner-Basistunnels
4. Von wem hast du die wirtschaftlich abstruse Idee, dass die Senkung der durchschnittlichen Größe der Betriebe Arbeitsplätze schafft? Wenn Betriebe schrumpfen, weil ein Politiker mal eben einen Großteil der Absatzmärkte zerstört hat, da man sich ja abschotten musste, dann doch, weil es nicht mehr soviel zu tun gibt. Die dadurch freigesetzten Arbeitskräfte werden dann sicher keine neue Arbeit finden, sprich es mag dann vielleicht die “allgemeine Verkehrsbelastung” sinken, aber nur, weil sich viele Österreicher kein Auto mehr leisten können und auch keines mehr brauchen, da sie eh nur zuhause rumsitzen und nichts tun können.
Oder gehörst du etwa zu der in der Geschichte dieses Landes etwas ungebildeten Masse, die glaubt, dass vor 1995 Österreich ein Land ohne Außenkontakte war? Die glaubt, dass damals die durchschnittliche Größe der Betriebe kleiner gewesen wäre (nur so nebenbei: Die VOEST war in den 80er Jahren ein Riesenunternehmen und der Durchschnitt berechnet sich aus allen Unternehmen, nicht nur aus den nicht-Staatlichen)? Die glaubt, dass Österreich in den 80er Jahren so gut wie nichts exportiert hat?
[...] Strache klaut bei Obama Strache stiehlt Obama die Website Share if you like [...]
aber er spart sogar an sich selber. ein retuschiertes foto gibt es für alle anlässe: http://www.youtube.com/watch?v=qy5OYVchfK8
hier die motive: http://www.youtube.com/watch?v=guCfa8B7QHM&fmt=18
was is los mit euch?!
Barack Obama füllt auf seiner Wahlkampftournee ganze Football-Stadien. Bei HC Strache wird es auch in Zukunft nur für Bierzelte reichen.
@homepagebetreiber:
was erwartets ihr euch von einem US-Präsidentschaftskandidaten im Vergleich mit an Parteiführer aus Österreich?!
USA und Österreich sind leicht unterschiedlich, also haltets euch mit so ane aussagen zruck es gschertn!
Die implizite Botschaft ist bei dir offensichtlich nicht angekommen ;)