Das “Liberale Forum” von Heide Schmidt liegt zur Zeit in den Umfragen recht klar über den 4%, hat auch die Unterstützungshürde von 2600 Stimmen ohne grobe Probleme überwunden. Würden wir in den nächsten Tagen wählen, würde das LIF mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Nationalrat einziehen. Sowohl in Fragen des politischen Stils wie auch inhaltlich wäre der Einzug der Liberalen meines Erachtens eine sehr positive Bereicherung. Jedoch ist es noch ein guter Monat bis zur Wahl. Und ich versuche nun aufzustellen, was bis dahin für und gegen einen Einzug von Schmidts Partei spricht:
Heide Schmidt zieht immer noch. Obwohl sie ein gutes Jahrzehnt faktisch weg von der politischen Bühne war, findet sie in ihren Zielgruppen immer noch viele Unterstützer. Eine solche Langlebigkeit ist in der Politik alles andere als selbstverständlich.
Gleiches läßt sich von Alexander Zach, der anderthalb Jahre auf SP-Ticket im Parlament saß, nicht sagen. Als einzelner Mandatar hätte er freilich keinen LIF-Boom auslösen können, aber an seiner medialen Wirkung gemessen, hat er zuwenig aus dieser Zeit gemacht.
Das LIF hielt sich seit der Rückkehr von Schmidt in den politischen Ring recht wacker in der Berichterstattung…
…dies aber allzu oft nur über “Interna” wie eben die Vorstellung neuer Spitzenkandidaten. Sieht man sich etwa das Fixprogramm des ORF bis 28. September an, so bleibt kaum mehr als eine “Zwergenrunde” in “Im Zentrum” für das LIF, bei der es sich die Aufmerksamkeit mit allerlei Neo-Kandidaten und der KPÖ teilen muss. Ob da wohl genug Unentschlossene für die Gelben übrig bleiben?
Doch wenn wir schon über Spitzenkandidaten reden: da hat sich das LIF durchaus prominent besetzt. Neben Schmidt ziehen etwa EU-Abgeordnete Karin Resetarits, STRABAG-Chef Hans-Peter Haselsteiner oder der Kärnter Slowenen-Anwalt Rudi Vouk in die Schlacht.
Der Erfolg der Wahlkampagne ist trotzdem schwer abschätzbar. Die jüngst vorgestellten Plakate haben mit “Aufrichtigkeit, Offenheit, Fairness” einen relativ tragenden Slogan wirken aber sonst in Farbe und Stil dröge und unspektakuär, wenngleich sich Schmidt darauf sehr “staatsmännisch” zeigt. Dazu kann das LIF auch mit Haselsteiner in der Wahlkampfbudgetierung mit den etablierten Parteien nicht mithalten.
Das LIF muss zudem den Wahlkampf mit wenig bis gar keiner personellen Struktur unterhalb der Führungsebene bestreiten. Wo andere Parteien, selbst kleine wie die KPÖ, bereits fix Leute haben, die sich Wahl für Wahl für sie auf die Straße stellen, plakatieren, usw. müssen sich die Liberalen ihre Aktivisten erst in ausreichender Zahl zusammensuchen. Ob man dies in dieser Kürze als neu aufgestellte Kleinbewegung organisatorisch bewältigen kann, ist fraglich.
Heide Schmidt & Co. teilen sich viele Positionen mit den Grünen, fischen weitestgehend im selben Becken. Und diese stecken noch nicht im Intensivwahlkampf. Obwohl Schmidt ihre Werte sehr authentisch vertritt, könnten sie in diesem David-Goliath-artigen Kräftemessen am Ende den Kürzeren ziehen, und den Einzug nicht schaffen.
Es spricht aus meiner Warte also etwas mehr gegen, als für das LIF. Trotzdem wünsche ich (als Grüner) dem LIF den Parlamentseinzug. Zum Einen, damit die Stimmen nicht für beide verloren gehen, zum anderen weil es wie erwähnt eine gute Bereicherung des Parteienbilds wäre. Und in wirtschaftspolitischer Hinsicht könnten die Liberalen eine gute Alternative zur ÖVP werden.
Go for it, Heide.






Deine Minuspunkte sind z.T. recht schwammig. Z.B. die Wahlplakate: Nicht immer sind aufreizende Plakate ausschlaggebend, sondern die Aussage, und da sagst du selbst, dass die griffig ist. Ansonsten wäre die SPÖ mit ihrem leeren Versprechen mit dem Faymannkopf (“Genug gestritten” ausgerechnet von der Gesudel-Partei) auch nicht wirklich aufreizend, doch merkwürdigerweise zieht er.
Wie übrigens auch das LIF, was die neuen Umfragen zeigen ;)
Ich beziehe mich auf die neuen Umfrage, die dem LIF teilweise 6% gewähren. Und auch für Wahlplakate gilt “Bilder sagen mehr als tausend Worte”, so gesehen ist der Slogan nur die halbe Miete. Sicher ist jedenfalls, dass Wahlplakate angeblich recht wenig Auswirkung aufs Endergebnis haben, daher ist dieses Minus kleiner als die anderen. Das Hauptproblem fürs LIF wird die mediale Dominanz der etablierten in den kommenden Wochen werden.
Da müssen Schmidt und Co ein Rezept finden, um nicht aus dem Blickfeld der Wähler zu verschwinden.
Ich kenne bisher nur die 4 %-Umfrageergebnisse für das LIF. Kannst du mir Georg sagen, welche Umfragen dem LIF derzeit 6 % bescheinigen?
Die mediale Dominanz wird in der Tat schwierig, aber ich glaube, dass jene, die derzeit das LIF wählen würden, bereits überzeugt sind, und dies könnte schon reichen.
Ich meinte das in einer in “ÖSTERREICH” publizierten Umfrage gelesen zu haben. Habs jetzt nochmal nachgegoogled, und wies aussieht hab ich mich geirrt.
Laut diesem Bericht stand es bei drei Prozent, da “minus zwei” dabei steht dürfte es immerhin mal auf fünf gewesen sein. Sechs Prozent stimmt aber definitiv nicht – mein Fehler, sry.
Also 6% hatte ich auch noch nicht gehört, aber Umfragen sagen ja eh nicht viel aus, wichtig ist ja am Ende, wieviele Protestwähler statt braun, äh blau lieber gelb wählen
Kaum welche. Ich schätze, dass wer sich in seinem Protest zu den beiden kompeltt sinnlosen Parteien verirrt hat, wird sich auch zwischen diesen beiden entscheiden, und vermutlich nicht plötzlich zu Grünen/LIF rüberschwenken.
Wir werden es sehen, nicht jeder enttäuschte ÖVP- oder SPÖ-Wähler wird das dritte Lager wählen wollen. Können wenige sein, oder auch nicht, nicht vergessen: 2005 glaubten die etablierten Parteien auch, dass die Linkspartei zu ignorieren sei :P
Das LIF ist nicht vergleichbar mit der linken. Programmatisch nicht, und auch personell nicht. Heide Schmidt ist immer noch bekannt, Karin Resetarits und Haselsteiner sind zumindest keine Nonames. Aber sie ziehen den Etablierten mit Sicherheit nicht so stark Wähler ab wie Ex-SPD Größe Lafontaine es bei der SPD konnte. .
Das war doch die Verrückte, die die Kreuze an unseren Schulen abmontieren wollte (Hand in Hand mit den Grünen Österrreich-hassenden Anarcho – Atheisten)!!
Tut was ihr wollt aber wählt bitte nicht Heide Schmitt’s LIF!!!
Und auch nicht Grün!!