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Brutus lebt!

Gordon Brown - World Economic Forum Annual Meeting Davos 2008
Am Anfang war alles gut. Die Briten, notorisch grummelnd, waren den jungen Charmebolzen, der so jung nun nicht mehr war, und dessen Charme ihm mit den Jahren ohnehin abhanden gekommen war, leid. Tony Blair, der Avantgardist der „Neuen Mitte“ und des „Dritten Weges“, ergo der Modernisierer (Spötter behaupten der Ökonomisierung) der alten Labour-Partei war nunmehr Geschichte (Stand Sommer 2007).

Gordon Brown, der Schotte mit der sonoren Stimme, der jahrelang den mehr oder minder braven Schatzkanzler mimen musste, zugleich aber viel lieber den dolchenden Brutus aufgeführt hätte, war nun am Ende seiner langjährigen Träume: Endlich Premierminister, endlich war sein langjähriger Freund, dem er einst den Vortritt in die Downing Street überließ, vom Thron herabgestiegen (alternativ: herabgestoßen worden).

15 Monate, ein paar sehr angenehme Wahlumfragen später, in denen Labour mit fast zehn Prozent vor den ebenfalls modernisierten Tories (Cameron-Faktor) rangierte, sieht New Labour wieder reichlich „old“ aus. Etliche Pannen sind dem als eitel geltenden Schotten seitdem unterlaufen. Eine sich arg verschlechternde Wirtschaftslage gepaart mit etlichen Kommunikationspannen, die vor allem seinen Kabinettsmitgliedern unterliefen, haben die Situation für Brown, gelinde gesagt, prekär werden lassen.

Labour steht, wenn man den neuesten Umfragen Glauben schenken darf, auf einem historischen Tiefstand in der Wählergunst. Grund genug also, die erneute Führungsfrage zu stellen. Und tatsächlich, der Stuhl Browns schien zuletzt arg zu wackeln; doch mit der Sägerei – in erster Linie von Seiten der alten „Blairisten“ und ganz linken Gewerkschafter – soll es nun ein Ende haben, der „Putsch“ (um im Sprech der Genossen aus Deutschland zu bleiben) wurde vertagt.

Brown soll fortan für den Aufbruch bürgen und dem Wähler vermitteln: Seht her, die Labour Party ist gar nicht verbraucht, gar machtverschlissen. Wir können’s noch.

Wer’s glaubt.

Creative Commons License photo credit: World Economic Forum

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1 Kommentar

  • Am 25. September 2008 sagte Tom Schaffer:

    worum gehts? ist was neues passiert? :)

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