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Europa – Eine Frage der Priorität

und eine Frage nach unserer Zukunft

Es scheint wirklich so, als hätte sich die Welt beschleunigt. Ein Historikum jagt das Nächste.

Österreich wird erst vom Rechtsruck bei der Nationalratswahl geschockt, zwei Wochen später vom Tod des großen Wahlsiegers Jörg Haider.
Bayern erlebt ein angeblich politisches Erdbeben und die Welt gerät aus ihren finanziellen Fugen – ohne das es da einen Zusammenhang gebe.

Europa und Österreich sind völlig überfordert.

Kaum einer spricht mehr über einen korrupten Kanzlerkandidaten mit undurchsichtig/öffentlichen Beziehungen zur Kronenzeitung, keine öffentliche Diskussion mehr zum Lissabonvertrag, keine Debatte zum amerikanischen Raketenschild in Polen und Tschechien. Keine Diskussion über die Machtgebahren der Russischen Föderation. Energiekrise, Atomenergie, die empörenden Verhältnisse in der VR China, das Ende der Weltmacht Amerika…

All das verkommt zu zeitgeschichtlichen Marginalien.

Die politischen Höhepunkt drängen die viel nötigeren Grundsatzfragen in den Hintergrund. Jochen Hencke schreibt hier treffend, dass schon allein in der Finanzkrise kaum mehr jemand Zeit hat, sich mit dem “Großen Ganzen” zu beschäftigen. Eine Pleite hetzt das nächsten Rekordminus, hier eine Übernahme, da eine Finanzspritze.
Und in Österreich ist es ganz ähnlich.

Der Tod von Jörg Haider wird zur “nationalen Frage”.

Nicht nur seine politische Rolle muss diskutiert werden, auch der sehr fragwürdige Diskurs über eben diese Rolle.
Welche politischen Auswirkungen (Koalitionsbildung) hat der Tod von Herrn Haider? Und darf darüber schon gesprochen werden?


Österreich strauchelt und ist politisch völlig instabil, dazu ein glorifizierter Anführer des rechten Lagers, eine fehlende (glaubhafte) Führung auf Bundesebene.

Ein schwaches Europa.

Ein fragiles internationales Machtgebilde.

Eine kaum zu durchschauende Wirtschaftssituation

Fragen hat unsere Zeit genug. Das wegweißende Jahr 2008 könnte noch ein paar Antworten vertragen.

Fehlen uns die Menschen mit Antworten?. Wer gibt uns Orientierung? Wer bietet glaubhafte Lösungen an? Ein toter Haider? Faymann? Merkel, Sarkozy, Putin, Hu Jintao, Kim Jong Il?
Klammern wir uns an Obama? Was wird, wenn wir in einem Jahr Sarah Palin als Präsidentin begrüßen?
Oder ist die “historische Aktivität” der Welt ein Schritt in Richtung Weltgemeinschaft? Die große Panik nur die “Angst vor der Angst?” Kühlen Kopf bewahren? Abwarten? Sorgt die Gefahr eines Zusammenbruchs für eine neue Form der Gemeinsamkeit? Oder ist der Punkt erreicht, wo sich die digitale Hochkultur selbst vernichtet?

Und was bleibt zu tun?

Zeit für Antworten…

Bild: bettybraun

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