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Schweiz – Deutschland: Diffuses Unbehagen

christoph blocher à palexpo
Schon seit längerem rumort es im deutsch-schweizerischen Verhältnis. Die Eidgenossen warnen im zunehmenden Maße vor einer „Germanisierung“ , so Stefan Fischer, der nunmehr geschasste Präsident des Studentenrates der höchst renommierten Uni Zürich.

Doch auch die deutsche Seite lässt sich nicht zweimal bitten und geißelt seit geraumer Zeit, und seit den Irrungen und Wirrungen der Finanzkrise mit noch mehr Verve, die Alpenrepublik für ihreläppische Steueraufsicht.

Von „Steueroasen“ spricht da der durchaus eloquente und sich für besonders intelligent haltende (so die rechtsliberale „Alte Tante“ NZZ aus Zürich) deutsche Finanzminister Peer Steinbrück, die es auszutrocknen gelte; man müsse mehr mit der Peitsche zu Werke gehen, das Zuckerbrot beiseite legen. In der wohlhabenden Schweiz hingegen sieht man die Fälle davon schwimmen, nachdem schon die Amerikaner am heiligen Bankengeheimnis der UBS zu rütteln vermochten. Ein „diffuses Unbehagen“ macht sich unter den Schweizer Bürgerinnen und Bürgern breit, wie die linksliberale Wochenzeitung „Die Zeit“ aus Hamburg konstatiert. Sie möchte künftig selber etwas zum Wiedererstarken des bilateralen Verhältnisses beitragen, nämlich mit einer Schweizer Ausgabe der unter anderem vom ehemaligen SPD-Kanzler Helmut Schmidt herausgegeben Zeitung.

Ob das dabei helfen wird die Ressentiments, hüben, wie vor allem auch drüben abzubauen, sei dahingestellt. In der Schweiz, gerade im universitären Korpus, hat sich eine sinistre Lust am Deutschland-Bashing breit gemacht, die mitunter fast schon rassistische Züge trägt.

Die deutsche Dreifaltigkeit (Urlaub, Ruhe, Wohlstand), die man mit den Eidgenossen lange Zeit in Verbindung brachte, scheint peu-à-peu zu erodieren. Es wäre schade, wenn die 30 000, alleine im Jahr 2007 in die Schweiz emigrierten Deutschen darunter zu leiden hätten.

Schlimm genug, dass man sich darüber Gedanken zu machen beginnt.

Creative Commons License photo credit: 1suisse

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