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Eine Polemik zum Thema Afrika

AFRIKA Mixed Media Collage ATC ACEO
Der afrikanische Kontinent ist seit je her ein Synonym für alles Böse, Fehlbare und ein Menetekel für das waltende Unheil auf diesem Globus. Unwissen gepaart mit Desinteresse sind die Interpretationsgrundlage für mancherlei Kommentar, der in diese Richtung abzielt.

Unwissen und Desinteresse, sind gefährlich, sie führen zu falsch gezogenen Schlüssen oder Ignoranz, die die Konfliktherde in ihrer Tragweite nur unzureichend oder gänzlich falsch zu erklären versuchen. Beispiele gibt es dieser Tage, Wochen, Monate, Jahre zu Genüge: In Simbabwe mordet sich ein Autokrat erneut zum „Präsidenten“. Die Europäische Union und „Weltgemeinschaft“ zetert, mosert und klagt ein wenig, an dem Ergebnis ändert dies nichts. In Sudans Darfur-Region geschieht seit Jahren himmelschreiendes Unrecht. Das Bashir-Regime tötet die eigene Zivilbevölkerung: Mal mit sympathisierenden, arabisch-stämmigen Reitermilizen, nunmehr mit eigenen Regierungsflugzeugen. Passiert ist wenig. In Somalia, dem kaputtesten unter den kaputten Staaten, wie es Nicolas Richter dieser Tage in der Süddeutschen Zeitung wohltreffend resümierte, wird die Zivilbevölkerung zum Spielball unterschiedlichster Interessen: radikaler Islamisten, korrupter Regierungseliten und äthiopischer Hasardeure. Seit Tagen kommt es hier erneut zu Kampfhandlungen, werden Städte zerstört und Zivilisten abgeschlachtet, ohne dass die (Medien-)Welt all zu viel Kenntnis davon nehmen würde.

Schlussendlich widerfährt den Menschen im Kongo großes Unrecht. Seit Jahren toben hier Stellvertreterkriege, um die Einflusssphäre pseudo-demokratischer, afrikanischer Potentaten. Eine Melange aus ethnischen Rachegelüsten und der Sicherung von Ressourcen (Stichwort Cobalt) führt hier zu einem Mord an der Bevölkerung, der an einem weiteren Genozid grenzt.

Man liest nur wenig über dieses Unrecht, was den Menschen in Afrika widerfährt. Afrika als Wirtschaftsstandort, als Land der zügellosen Diktatoren (Kannibalismus, Kleptokratie, Tribalismus), die Sehnsucht nach dem Bösen, nach dem nicht Fassbaren, dem uns Fremden und Exotischen, hier wird sie gestillt.

Die „westliche Welt“, was auch immer dies heißen mag, hat die Causa Afrika zu den Akten gelegt. Europäische Sicherheitsstrategien, amerikanische NATO-Befindlichkeiten und Weltfinanzkrisen scheinen allemal wichtiger, als ein paar Schwarzafrikaner, die sich in irgendwelchen Buschmetzeleien abschlachten.

Es wäre polemisch, wenn es keine realistische Bestandsaufnahme der Berichterstattung in den Medien und der Politik (EU, USA, UN et cetera) des Westens wäre.

Creative Commons License photo credit: peregrine blue

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2 Kommentare

  • Am 23. November 2008 sagte @rigardi:

    Neue Artikel @ Rigardi.org: "No Drama with Obama": http://is.gd/8BLP / Eine Polemik zum Thema Afrika: http://is.gd/8BMh

  • Am 23. November 2008 sagte Andreas Lindinger:

    Jein. Es kommt immer darauf an was man liest. Als aktiver Konsument bin ich beispielsweise meiner Meinung nach regelmäßig über diese Vorgänge informiert, ein reichhaltiges Medienangebot wäre dafür vorhanden. Passive Konsumenten wurden jedoch leider in den letzten Jahren durch die von vielen Seiten geförderte Banalität der Massenmedien unmündig und nur mehr für eine bestimmte Kost an Nachrichten, die leider eine kritische und sachliche Auseinandersetzung mit (insbesondere komplexeren) globaleren Themen de facto nicht erlaubt, empfangbar gemacht.

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