2009 werden erste Hofer-Parkplätze in Salzburg mit Selbstbedien-Tankstellen ausgestattet (zur News), die von der Free Energy Trading GmbH von Markus Friesacher geführt werden. Wenn sich das Konzept bewährt, soll es entsprechend ausgeweitet werden. Während Elektrotankstellen verhältnismäßig langsam wachsen, wird das Netz an Benzin- und Dieselversorgern dichter. Hofer ruft damit einen Preiskampf für ein Gut aus, das auf lange Sicht immer teurer werden wird.
Laut Selbstangabe sind die von der FET betriebenen Tankstellen nicht von einem Mineralölkonzern abhängig, man will sich flexibel am Weltmarkt eindecken. Viel Arbeitsplätze wird das Konzept auch nicht gebären, denn vor Ort werden Mitarbeiter maximal für Wartung gebraucht. Der Treibstoff kommt aus dem Automaten, gezahlt wird ebenfalls elektronisch per Bankomatkarte. Zusatzservices oder weitere Produkte sind nicht angedacht.
Forderung: Eine Elektrostation pro Hofer-Tankstelle (mindestens)!
Nun könnte ich trotzdem mit dem Konzept leben, und zwar wenn es pro Hofer-Tankstelle wenigstens eine Elektrostation geben würde. Der Wettstreit um durchsetzungsfähige alternative Antriebsformen ist entschieden, und der Sieger heißt “E-Mobilität”. Geschätzte Kosten für 100 km Fahrt: 2.50 Euro.
Tesla Motors zeigt heute bereits mit dem “Roadster” (248 PS / 230 km/h / 4,2 sec. 0>100) das Potential der Technologie. In Japan fahren bereits über eine Million E-Autos auf den Straßen, Tendenz steigend. Das Land hat die Pionierrolle in dem Gebiet eingenommen, der Auslöser war ein strenges Klimaschutzgesetz, das vor über 10 Jahren (!) erlassen wurde und die Autoindustrie sanft zum Umdenken zwang.
Auch die nahe Zukunft sieht rosig aus: 2012 sollten sich die Preise der momentan verwendeten Lithium-Ionen Akkus etwa gedrittelt haben, und ein leistbarer Hybridwagen eine Reichweite von 250 km besitzen – für die meisten Fahrten mehr als ausreichend. Bloß zwei Jahre später wird mit Lithium-Titanat Akkus in Massenfertigung gerechnet, was die Reichweite noch einmal erheblich steigern und die Ladezeit verkürzen sollte. Konkret: 400 km Reichweite, Akkus in 10 Minuten aufladbar und zwar an der heimischen Steckdose. Daimler-Vorstand Zetsche sieht fossile Treibstoffe bei Kfzs spätestens in 20 Jahren am Ende.
Und nein, es gäbe selbst bei kompletter Umrüstung des Straßenverkehrs auf Elektrofahrzeuge kein Stromverbrauchsproblem. Der Bedarf würde laut deutschen Berechnungen um gerade einmal 0,8% pro Jahr steigen.
Mobilitätspotential = Finanzpotential
Will man auf diesen Zug aufspringen, der neben Wind-, Wasser- und Solarkraft ein wichtiger Beitrag zur Lösung künftiger Energieprobleme ist, so wäre es bereits heute an der Zeit, dafür Grundlagen zu schaffen. Da der Diskonter Hofer allein in Österreich mehr als 400 Filialien führt, und vermutlich ein Großteil der Parkplätze mit Selbstbedientankstellen bestückt werden könnte, würde dies die Abdeckung des Elektro-Tanknetzes in kürzester Zeit vervielfachen. Damit wiederum fiele ein gewichtiges Argument gegen den Kauf von E-Autos weg (“Damit kann man ja nirgendwo tanken.”)
Und nicht nur das, mit dem Mobilitätspotential von Stromautos liegt in dieser Entwicklung logischerweise entsprechend finanzielles Potential. Dem umweltbewussten Kunden könnte an den Elektrotankstationen durchaus Ökostrom, zB. aus Windkraft, angeboten werden. Dies würde in mehrfacher hinsicht Gutes tun: Der Umwelt, dem Klima und nicht zuletzt uns und unserem Geldbörserl.
photo credit: Brooks Elliott






Hofer baut Öltansktellen – und ein grüner Ansatz dazu: http://is.gd/bMH4
Der Hofer ist zwar ein guter Diskonter, aber sicher kein Wohltäter. Alles was die machen, soll und muss schnellen Profit bringen… ;)
Wichtig wäre es zunächst einmal, anständige Elektroautos kaufen zu können. Momentan wäre da sicher im großen Stil etwas zu machen, denn die Autoindustrie liegt am Boden und lechzt nach öffenlichen Geldern. Sind einmal ausreichend Elektroautos am Markt, wird der Hofer schneller E-Tankstellen haben, als ein Ferkel mit den Augen zwinkern kann… :)
Darauf bin ich eingegangen. Die Autos gibt es in Hybridform schon in “anständiger” Form, jedenfalls für urbane und suburbane Gebiete. Als reine Elektromodelle kommen sie bald. Wenn man will, dass die vermehrt gekauft werden, sollte man allerdings die nötige Infrastruktur, hauptsächlich also E-Tankstellen vorher schaffen. Wer will ein Auto dass er fast nirgendwo betanken kann?
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Wer da die Vorreiterrolle (noch dazu als günstiger Anbieter) übernimmt, generiert Vertrauen und könnte sich von vornherein am Spitzenplatz eines zukünftigen “E-Tank-Marktes” etablieren.
Die Berechnungen möchte ich sehen. Ich halte das für kompletten Humbug.
Ein Liter Diesel oder Benzin enthält 10 kWh. Wiener verbrauchen 300, Niederösterreicher 760 Liter Sprit pro Jahr.
Der Stromverbrauch pro Kopf beträgt 6500kWh.
Wir brauchen also eher in der Größenordnung von 100% mehr Strom und das bei zur Neige gehenden fossilen Energieträgern.
Zwar ist ein Elektromotor sehr effizient und die Verbrennung von Öl in einem Großkraftwerk ist es auch. Effizenzverluste gibt es bei Übertragung, Energieverbrauch für die Herstellung von Akkus und durch das zusätzliche Gewicht von Akkus. Je größer ein E-Auto sein soll und je höher seine Reichweite ist, desto ineffizienter wird es.
@Georg
Hybrid kannst Du vergessen, das ist der falsche Weg. Da gibt´s Ersparnis nur in der Stadt, überall sonst verbraucht der genau soviel wie ein “normaler” Wagen. Nur dass man vorher doppelt soviel Technik einkaufen muss…
Reine Elektroautos werden am Land, wo die Leute in ihren Garagen aufladen können, auch ohne Stromtankstellennetz gekauft werden. Vielleicht würde anfangs nur der Zweitwagen ein Elektrischer sein, aber das kostengünstige Beispiel würde schnell Schule machen und viele würden nachziehen – auch die Stromtankstellen. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass die Industrie die E-Autos zu fairen Preisen verkauft und sich nicht, wie dzt bei den Solarzellen, eine goldene Nase verdienen will… :)
@dieter
Laut CC (http://chorherr.twoday.net/stories/5391046/)würde ein 50 prozentiger Anteil von E-Pkw lediglich einen Strom-Mehrverbrauch von insgesamt 7% bedeuten. Ich denke, der wird sich informiert haben.
Auch CC liefert keine Quelle. Aber ich werde das dort einmal kommentieren.
Die Frage ist, von welchen Elektro-Autos wir sprechen. Elektromopeds sind im Vergleich zu solchen mit Verbrennungsmotoren sehr effizient und sinnvoll, weil sie klein und leicht sind. Man darf aber den Effizenzvorteil von solchen E-Mopeds oder diesen winzigen E-Autos nicht auf einen Mittelklasse-PKW mit 400km Reichweite umlegen.
2.5% unseres Stroms geht für Standby drauf. Mit dem Dreifachen dessen soll die halbe Autoflotte Österreichs betreibbar sein? Das kann ich nicht glauben.
>>>der Sieger heißt “E-Mobilität”. Geschätzte Kosten für 100 km Fahrt: 2.50 Euro.
Hier offenbart sich wieder mal die Naivität der “Grünen” oder was sich halt so nennt. Zwar nette Aussagen, aber man sollte bloß nicht den Realitätsbezug überprüfen…
Zu den 2,5 Cent reinen Stromkosten kommen bei den E-Autos modernster Bauart nochmal rund 4 – 5000 Euro für ein Akkupack, das dann ca. 30 – 50.000 km Lebensdauer hat. Also grob geschätzt 10 ct/km oder anders: Aus den angeblichen 2,50 Euro wird sofort einmal das 5-fache oder noch mehr.
Ein flächendeckendes Netz halte ich für unabdingbar, damit sich E-Fahrzeuge durchsetzen können. In der aktuellen Autorevue wird ein super E-Roller um 2500 Euro vorgestellt, den ich für den Stadtverkehr als sehr attraktiv ansehe (Reichweite 50 – 120 km).
Aber auch wenn ich mich wiederhole: Das obige Zitat ist für mich ein typisches Beispiel grüner Träumerei ohne Realitätsbezug.
Denn der Hofer hat seine Parkplätze nicht dafür, dass dort E-Fahrzeuge sehr lange herumstehen und dann einen Umsatz von wenigen Euro bringen. Denn während das normale Tanken in 2, 3 Minuten erledigt ist, dauert es beim E-Fahrzeug je nach Kapazität und Ladezustand 1 bis 8 Stunden (!).
als “Kosten für 100km Fahrt” wars etwas platt ausgedrückt, da ist auch die Anschaffung des Autos nicht eingerechnet, es handelt sich um den reinen Strompreis. Was die Akkus angeht bin ich zuversichtlich, die werden mit der Zeit besser werden (siehe auch Lithium Titanat).
1-8 Stunden – noch! Auch das wird sich ändern. (s.o. Kommentar) Und warum sollten wir dafür nicht die Weichen stellen? Wenn wir immer nur an den Negativa herumtrampeln, die junge Technologien immer mit sich führen, wird das nix mit dem Fortschritt. Vor einigen Jahrzehnten wurde dem PC von diversen Leuten das Potential zum Durchbruch abgesprochen und als “Trend” abgetan. Wo wäre unsere Informationstechnologie heute ohne? ;)
OPEC will Ölpreis auf 75$ treiben http://is.gd/caNx – da will ich nochmal an meinen Vorschlag zu den Hofer-Tanken erinnern http://is.gd/bMH4