
Das BZÖ macht mal wieder fleissig gegen Ausländer mobil…
9.877 Asylwerber wurden laut Kriminalstatistik in Österreich im Jahr 2007 von der Polizei ausgeforscht und angezeigt und das bei 12.809 Asylanträgen im gesamten Jahr 2008. Insgesamt ist die Zahl der Asylanträge von 11.921 im Jahr 2007 auf 12.809 im Jahr 2008 gestiegen. Das bedeutet einen Anstieg von 7,45 Prozent. (…) Strutz fordert ein noch schärferes Asylgesetz mit effektiven Schnellverfahren. “10.000 kriminelle Asylwerber bei 12.800 Asylanträgen. Ein Drittel aller Straftaten werden von Ausländern begangen, die Österreicher sind die Opfer und dürfen noch für die Grundversorgung von Kriminellen zahlen.
Täuschung 1: Diese Botschaft jagte BZÖler Strutz vor drei Tagen durch den Presseverteiler. Dabei schummelt er sich für das “Drittel aller Straftaten” (mehr als 3,6% dazu, verschweigt das der letzte größere Anstieg an dieser Zahl – die seit 2004 stagniert - unter Schwarz-Blau/Orange erfolgte und erklärt auch nicht, warum eine österreichische Straftat in der Statistik besser sei als eine ausländische. Die Statistik, aus der er seine Zahl genommen hat, hat mit dem Asylwesen übrigens gar nichts zu tun, daher ist die Aussage “Österreicher müssten für die Grundversorgung von Kriminellen” im selben Satz schlichtweg falsch. Warum er es trotzdem erwähnt? Keine Ahnung, es riecht nach absichtlicher Irreführung.
Täuschung 2: Er kriminalisiert sämtliche 9.877 Angezeigten. Und auch wenn der Rechtsstaat in Kärnten manchnmal ganz eigenen Gesetzen zu folgen scheint, sind 9.877 Angezeigte nicht gleich 9.877 Verurteilte. Trotzdem wurden nach dem Motto schon Menschen gegen ihren Willen auf abgelegene Almen deportiert (und später freigesprochen).
Täuschung 3: “10.000 kriminelle Asylwerber bei 12.800 Asylanträgen” impliziert ganz klar, dass gute vier Sechstel aller neuen Asylwerber kriminell geworden wären, was nicht nur aus eben erwähntem Unterschied zwischen Anzeige und Verurteilung nicht stimmen kann. Beide Zahlen sind nicht vergleichbar, da die Zahl der Asylwerber in Österreich um ein zigfaches höher ist, als jene der jährlichen Anträge. Eine genaue Zahl kann ich zur Zeit nicht liefern, geht man nach der UNHCR so befanden sich 2007 30.773 anerkannte Flüchtlinge in Österreich – allein das ist ein Vielfaches der Bewerberzahl.
Wiederholungstäter: Diese schwachsinnige und irreführende Kombination diverser Zahlen ist Strutz mit Sicherheit nicht aus Schlampigkeit, Unwissenheit oder Naivität passiert. So etwas hat beim BZÖ Methode, denn 2006 veranstaltete Peter Westenthaler exakt das gleiche Zahlenspiel. An dieser sei auf einen sehr vielsagenden Artikel von Florian Klenk hingewiesen.
Nachwort: Wir erinnern uns – im Oktober letzten Jahres raste sich Jörg Haider mit 1.8 Promille, also fahrlässiger Fremdgefährdung höchst unverantwortlich in den Tod. Wer danach nicht in die einsetztende Haidermania der Medien und des BZÖ einstimmte, wurde mitunter von den Frontmännern des orangen Bündnisses “pietätloses” geschimpft. Eben von jenen Leuten, die sich nun den toten Haider als Galleonsfigur auf ihr sinkendes Schiff getackert haben, besagtem Alkolenker eine Pilgerstätte errichten werden und sich nicht erblöden in den Kärntner Landtagswahlen als “Liste Jörg Haider” anzutreten. Kurzum: Ich könnte kotzen.





“deportiert”
Das ist Nazi-Slang und bedeutete ‘damals’ die Wegbringung von Menschen mit dem einzigen Zweck ihrer Ermordung.
Darum finde ich es schlicht zum Kotzen, wenn in diesem Artikel von Deportation die Rede ist. Die ‘damals’ Deportierten wären froh gewesen, wenn sie lediglich – ohne weitere Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit – in ein ehem. Ferienerholungsheim mit Vollpension und guten hygienischen Zuständen gekommen wären.
Der Verfasser des Artikels täte gut daran, sich nicht der Nazidiktion zu bedienen und damit die Qualität seiner eigenen Artikel zu disqualifizieren.
Das sagt mir die Wikipedia dazu: “Deportation (lateinisch deportatio) bezeichnet eine staatliche Anordnung, die sich auf das geltende Strafrecht der jeweiligen Länder bezieht. Von Deportation spricht man, wenn eine staatliche Verbringung von Menschen in andere Gebiete erfolgt, die auf Grund regionaler Gesetze für den Antritt von Strafmaßnahmen, zwangsweiser Unterdrückung von politischen Gegnern oder Isolierung von ethnischen Minderheiten ausgesprochen wurde. Die Deportation ist mit Teil- oder Totalverlusten von gesetzlichen Rechten der Deportierten verbunden.”
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Das Wort ist zwar nicht gerade positiv besetzt (und auch nicht so gemeint), aber keine Nazidiktion.
ad Täuschung 3:
Man muss jährliche Anzeigen schon zu Anträgen pro Jahr in Bezug setzen, auch wenn die Anzeigen eines Jahres auch Asylwerber betreffen, die jeweils schon länger hier sind.
Allerdings sollte man über mehrere Jahre mitteln, da die Zahl der Anträge von Jahr zu Jahr stark schwankt.
Die Anzeigen, auch wenn in einer Jahresstatistik aufbereitet, beziehen sich auf alle Asylwerber im Land, die Anträge auf jeweils ein Jahr. Der direkte Bezug zwischen den Anzeigen und der jährlichen Bewerberzahl ist damit aus wissenschaftlicher Sicht mMn unmöglich. Der Bezug zwischen Anzeigen und Gesamtzahl der sich in Ö befindenden Asylwerber ginge, wird aber nicht gemacht. Für die “Anzeigenquote” neu hinzugekommener Asylwerber müsste man eine Teilstatistik auf jene des Vorjahres erheben und käme auf eine ganz andere Zahl als die ca. 10k.
Erstens wird hier von beiden Seiten ignoriert, dass die Statistiken ncht stimmen, siehe
Ab 2010 kommen neue Statistiken, zweitens wird beiderseits zwischen Zuwanderung, Asylwerbern und Wirtschaftsflüchtlingen kaum bis wenig unterschieden!
Eine erste gute Zusammenfassung der wirklichen Probleme findet man hier:
Warum Türken bei der Integration nicht mitspielen
Wenn das BZÖ auch scheinbar nicht fähig ist bzw war, die Probleme richtig in Worte und Statistiken zu fassen, sind deren Wähler deshalb ja nicht zwangsläufig auf dem Holzweg, oder?
Wenn sie das BZÖ wählen, weil sie derlei Aussagen glauben und folglich auf Lösungskompetenz schließen, dann schon. Das muss freilich nicht für jeden BZÖ-Wähler zutreffen (ich fürchte jedoch auf mehr als man sich wünschen würde).
Gilt das nicht für die Mehrzahl der Wähler ALLER Parteien, wenn man Gewohnheits- und Vererbungswähler ausnimmt?
Parteien machen ja nicht nur jeweils eine Aussage bzw. bearbeiten nicht nur jeweils ein Thema. Der Wähler zieht seine Schlüsse aus Erfahrung und Information und setzt bei seinen Interessen (deren er viele hat) Prioritäten, dementsprechend sind Aussagen, ihre Tendenz und der Inhalt von verschiedener Relevanz für ihn. Wenn er das BZÖ wegen solcherlei Statements wählt, die eine eindeutige Tendenz aufweisen (weil FPBZÖ ihren Schwerpunkt ohnehin auf harten Positionen zu Migration und Asylwesen haben) aber sachlich schlichtweg falsch sind, dann sind sie auf dem Holzweg. Und davon gibt es meiner Einschätzung und Erfahrung nach doch einige.
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Das Prinzip kann freilich auf Wähler aller Parteien zutreffen, wenn diese ihre Wahl nach Aussagen richten, die nicht stimmen. Ich bin der Ansicht, dass das bei den beiden “Rechtsparteien” in derlei Themenbereichen gehäuft vorkommt (sowohl fachlich fragwürdige bis falsche Aussagen als auch das darauf hereinfallen).
Ich hoffe, es ist hier nicht verpönt, zu diskutieren, denn:
“Das Prinzip kann freilich auf Wähler aller Parteien zutreffen, wenn diese ihre Wahl nach Aussagen richten, die nicht stimmen. Ich bin der Ansicht, dass das bei den beiden “Rechtsparteien” in derlei Themenbereichen gehäuft vorkommt (sowohl fachlich fragwürdige bis falsche Aussagen als auch das darauf hereinfallen).”
Genausogut könnte man anmerken, dass eine relativ grosse Wählerschaft immer wieder auf falsche Versprechen reinfällt, die ziemlich leicht als utopisch entlarvt werden können, wenn man ein wenig Hausverstand besitzt ;)
Das ist durchaus nicht falsch, aber logischer nachvollziehbar. Gründe:
- Jede Partei gibt teilw. Versprechen ab, die dem Ultimativziel ihrer Richtung entsprechen (wobei man es selbstverständlich auch da übertreiben kann).
- Da Alleinregierungen die Ausnahme sind, ist dieses Ultimativziel zumeist nicht erreichbar (wenn sich nicht gerade die Ziele der koaliierenden Parteien in dem Thema genau überschneiden), sondern es gibt “nur” eine Konsenslösung.
- folglich ist eine gewisse “Simplifizierung”/Übertreibung aufgrund dem Zwangs zur Stimmenmaximierung “systemimmanent” und grundsätzlich kein großes Problem.
- Problematisch wird es allerdings bei Falschaussagen, besonders in solch sensiblen Fragen, und wenn diese Falschaussagen dienlich sind oder geeignet sind, Neid und Mißgunst zu schüren. (Dazu sind ab und an auch korrekte Aussagen geeignet, aber die bieten eine Diskussionsgrundlage)
Naja, wie unser alter Lehrer früher immer dagegen sprach:
Definiere “Falschaussage” und “sensibles Thema” ;)
Anders ausgedrückt: Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!
Für mich besteht somit kein Unterschied zwischen einem BZÖler, der irgendwelche Daten falsch interpretiert und unters Volk bringt, und einem SPÖler, der behauptet, es wäre eh genug Geld da für alles, weil er die Zahlen angeblich kennt…..
Echt ? Für dich besteht kein Unterschied zwischen Verhetzung (Es ging bei dem Thema nicht um irgendwelche Daten, sondern um Daten im Zusammenhang mit Ausländer – Kriminalität) und wirtschaftlicher Inkompetenz ?
Da bleibt mir die Luft weg. :-(
[...] wird auch sichtbar im Artikel von Georg Pichler auf rigardi.org zum, von mir so genannten, Thema Kreative Statistik Geschrieben von Michael Elstner in Politik und politische Emotion um 00:58 | Kommentare (0) | [...]
Hi Georg
Offtopic:
Unterstützt dein Artikel bewusst keine Trackbacks ?
lg ME
Der Trackback ist im Spamfilter gesteckt (warum auch immer) und nun sichtbar ;)
@ME:
Wenn im Titel etwas von berufsmässigen täuschen steht, macht es keinen Unterschied für mich, denn wenn ein Politiker etwas verkündet, sollte man annehmen, dass er sich dessen bewusst ist, was er von sich gibt.