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Du sag einmal, Loub…

papst

Der Papst ist Oberhaupt der katholischen Christen und spricht für sie. Wer ihn beleidigt, beleidgt alle Katholiken und bezeugt seine mangelnde Toleranz. Und ja, ich kritisiere, wenn gehetzt wird, und fordere zum Ende der Hetze auf. (Link)

Teil des katholischen Glaubens ist, den Papst als Oberhaupt der Kirche anzuerkennen. Damit haben die Kritisierten ganz klar alle Katholiken beleidigt. (Link)

Du sag mal, Loub, die Sache mit Bischof Williamson ist ja mittlerweile DER Dauerbrenner in den Medien. Du weißt schon, jener spaßige Piusbruder, der vor kurzem den Holocaust geleugnet und dem “Papa Ratzi” Benedikt VIII “großherzig die Arme geöffnet” hat.

Selbst Pfarrerstocher, Christdemokratin und Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert das. Ich meine mich zu erinnern, dass da jetzt einige “der Papst spinnt” gesagt haben ob dieser Verbrüderung, aber Benedetto will sich dazu nicht mehr äußern.

Nun tu ich mir ein bisschen schwer da nettere Worte gegenüber dem katholischen Kirchenoberhaupt zu finden, denn jemand der Holocaustleugner zurück in den Schoß der Kirche führt – und selbst nach Aufklärung darüber nicht wieder rauswirft – der ist für mich ohne Zweifel ein Spinner, völlig egal was da im Vatikan an Beratungsproblemen herbeifantasiert wird.

Muss ich mich jetzt bei 1,13 Mrd. Menschen persönlich entschuldigen, und bei wem fange ich an? Vielleicht müssen sich auch 1,13 Mrd. Menschen (inkl. dir) beim Rest der Welt wegen ihrem Oberhaupt entschuldigen? Oder wird dir die Absurdität deiner eigenen Argumentation vielleicht jetzt klar?

Um Antwort wird gebeten. :)

PS: Das betrifft mich zwar nicht, aber: Beleidigen sich Katholiken eigentlich selbst, wenn sie den Papst einen Spinner nennen?

Creative Commons License photo credit: Bearbeitete Version des Fotos von oceanaris

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5 Kommentare

  • Am 4. Februar 2009 sagte H. Huber:

    Seit wann ist Kritik mit Beleidigung gleichzusetzen?

  • Am 4. Februar 2009 sagte L. Eitzinger:

    Frag einen konservativen Katholiken. Kritik am Papst ist Beleidigung, immer. Egal wie konstruktiv sie ist, egal wie gut gut gemeint sie ist. Denn wer nicht vollstes Vertrauen in den Papst hat, also nicht an ihn glaubt, kann das Glaubensbekenntnis nicht mehr aufrichtig aufsagen – schließlich hat man ja an die “heilige katholische Kirche” zu glauben, deren Oberhaupt nun einmal der Papst ist.

  • Am 4. Februar 2009 sagte Hollerbusch:

    Das ist natürlich ein klassischer Köder, weil Du weißt ja selbst, wie die Dinge liegen, und entstellt sie wohl absichtlich. Aber ich schluck ihn trotzdem.
    1) Die “Exkommunikation” ist die höchste Kirchenstrafe, die es gibt. Man wird aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Sie wird im übrigen nicht für Ansichten oder Meinungen ausgesprochen, sondern für Taten. Im Falle der vier führenden Piusbrüder war das die unerlaubte Bischofsweihe.
    2) Die Aufhebung der “Exkommunikation” ist keine Rehabilitation, sondern ein erster Schritt zur Versöhnung. Wer das Gleichnis vom verlorenen Sohn kennt, oder vom verirrten Schaf, weiß, wie wertvoll es einem Kirchenoberhaupt sein sollte, wenn Menschen zu Gott zurückkehren wollen. Und dementsprechend geht die Kirche damit einen großen Schritt auf die Piusbrüder und ihre Anhänger zu. Weltweit handelt es sich dabei um hunderttausende, wenn nicht Millionen. Eine Versöhnungsgeste mit Bedingungen ist keine Versöhnungsgeste, sondern verlogen, daher wurde die Geste auch allen vier Betroffen, den führenden Mitgliedern der Piusbruderschaft, gewährt.
    3) Jetzt ist vom Vatikan eine Liste veröffentlicht worden, die für offensichtlich uninformierte Menschen (= Journalisten …) noch einmal den Stand der Dinge zusammenfasst: Nein, mit der Aufhebung der Kirchenstrafe sind die Piusbrüder noch kein Teil der Kirche, nein, auch der medial so wichtig gemachte Williamson hat noch einiges zu tun (z.B. Änderung seiner Haltung zum Holocaust), will er vollwertiges Mitglied der Hierarchie werden.
    4) Papst Benedikt XVI. hat in seiner Amtszeit zahlreiche Gesten gesetzt, um die besondere Beziehung zum Judentum auszudrücken, wie sein Gebet und Treffen mit Holocaust-Überlebenden in Auschwitz, sein Besuch der Synagogen in Köln und New York, oder die erstmalige Einladung an einen Rabbiner, vor der Weltversammlung der Bischöfe zu sprechen. Es ist klar, dass noch kein Papst vor ihm in so kurzer Zeit so viel für die Beziehungen zum Judentum getan hat. Es ist auch klar, dass jeder, der ihn also in die Nähe des Antisemitismus rücken will, das nur wider besseres Wissen oder aus Unwissenheit tut.
    5) Wer die Kirchengeschichte kennt, weiss, dass es immer innerkirchliche Kritik am Papst gegeben hat, selbst in den “finstersten” Zeiten. Momentan ist aber viel “Kritik” im Umlauf, vor allem in den deutschsprachigen Zeitungen, bei der es sich nur um einen mühsam kaschierten Kulturkampf handelt, der hauptsächlich über Erregung, aber nicht mit Argumenten arbeitet. Und deswegen sind viele gläubige Christen umgekehrt immer in Abwehrstellung, und, zugegeben, begegnen so auch argumentativer Kritik oft nicht adäquat.
    Jetzt könnte ich noch mehr schreiben, aber der Kommentar ist ja jetzt schon viel zu lang.

  • Am 5. Februar 2009 sagte M.:

    Kann mir mal einer erklären auf welchen Teil seines Kopfes man fallen muss um das Geschwurbel aus Rom ernst nehmen zu können?
    Dogmatischer Unfug, seit jahrhunderten überholt, der aber immer noch so erfolgreich ist, dass ein Sechstel der Menschheit diesem Gedöns auch noch anhängt muss wohl doch eine gewisse Anziehungskraft auf die Menschen ausüben.

    Mir persönlich ist es vollkommen egal wen der Papst exkommuniziert oder rehabilitiert. Von mir aus kann die Männerpension “Vatikan” mit ihren hübschen Brokatkleidchen auch zum internationalen Sammelbecken für abstruses Gedankengut werden. Dann können sich dort wenigstens alle gegenseitig auf die Schulter klopfen und sich beweihräuchern.

    Aber: Bitte, bitte lasst die “wahre” Welt doch endlich in Ruhe mit eurer Hetze und Frauenverachtung, mit Märchengeschichten aus längst vergangenen Tagen und eurer Homophobie. Damit würdet ihr der Welt wirklich einen großen Dienst erweisen.
    Danke.

    M.

  • Am 25. Februar 2009 sagte Gerhard W. Loub:

    Warum der Papst den Holocaust-Leugner Williamson nicht “wieder rauswirft”, wäre Dir bei seriöser Recherche wohl selbst aufgegangen. Es gibt ganz klare Regeln für die Exkommunikation – Holocaust-Leugnung gehört definitiv nicht dazu. Es verliert ja auch niemand wegen Holocaust-Leugnung die österreichische Staatsbürgerschaft. Dafür gibt´s andere Sanktionen. Wie in der Kirche auch.

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