Schilderungen über Eigenartigkeiten aller Art aus Zug und Bus von ÖBB und Postbus vermögen den geübten Öffi-Nutzer kaum noch zu überraschen. Peter Pilz erwischte gestern einen falsch gekennzeichneten Zug (mit den dazu passenden Streckenheftchen), der statt über Salzburg nach München zu fahren gen Passau dampfte. Drei Tage zurück liegt ein anderes Ereignis, das einen nur noch den Kopf schütteln lässt.
Am frühen Nachmittag ereilte mich der Anruf eines Freundes, der im Bus auf dem Rückweg von der HTL in Hallstatt nach Bad Ischl (beides Oberösterreich) war. Er schildererte mir eine unfassbare Situation und bat mich um Veröffentlichung. Nach dem Ende dieser besonderen Reise wurde diese schriftlich um die folgenden Ereignisse ergänzt, die ich euch nicht vorenthalten will…
Am 24 Februar, kurz vor 12h, (ca. 11h 30) hieß es in der HTBLA Hallstatt, dass aufgrund von Lawinengefahr die Straße raus aus Hallstatt um 12 h gesperrt wird. Kurz darauf erfuhren meine Freundin und ich jedoch, dass des um um 12h 30 einen letzten Bus geben wird. Als wir und einige Andere ca. um 12h 15 bei der bushaltestelle ankamen, stand der Bus – mit geschlossenen Türen – bereits an der Haltestelle.
Der Busfahrer hatte anscheinend Pause und las in einer Zeitung, während wir bei starkem Schneefall draußen warteten. Nach ungefähr 10 bis 15 Minuten klopfte ich an die Türe des Einstieges gegenüber dem Fahrer, die Türe wurde geöffnet und ich fragte höflich ob wir einsteigen dürften. Als Antwort, bekam ich ein “Hmm”, das ich, nachdem nicht eindeutig artikuliert, als “Ja” auffasste. Ich gab erfreut zurück: “Sehr gut danke, kommt lasst uns einsteigen!”
Daraufhin, schaute der Busfahrer genervt auf und sagte: “Hab ich etwa ja gesagt?” Etwas verblüfft fragte ich ob er vorhin etwa nicht zugestimmt hätte. “Ich habe also nicht ja gesagt,oder?”, fügte er, hinzu woraufhin ich nun etwas ärgerlich wurde und ihn fragte ob er vorhabe uns draussen im Schnee stehen zu lassen. Er entgegnete , wenn ich nicht gleich aufhöre aufmüpfig zu sein, bräuchte ich gar nicht mitzufahren! Jetzt bereits ziemlich sauer erwiderte ich: “Ich fahre mit Sicherheit mit diesem Bus, selbst wenn sie die Exekutive holen!” Daraufhin schnautzte er mich an, wenn das so sei, dann fahre eben überhaupt niemand mit und forderte mich auf das Fahrzeug zu verlassen. Bevor ichdem nachkam, fragte ich ihn, ob er uns jetzt allen ernstes hier in Hallstatt stehen lassen würde, woraufhin er prompt mit “Ja!” antwortete.
Als dies einige Schulkollegen mitbekamen, machten sich diese auf zu einem Schiff über den Hallstättersee, um einen Zug zu erwischen von dem niemand genau wusste, ob er, aufgrund des starken Schneefalls überhaupt fuhr.
Als er dann um 12h 40 dann doch die Türen öffnete, verlangte er barsch und recht unfreundlich den Fahrausweis von jedem Einzelnen. Als ich ihm meinen gab, steckte er ihn ein und sagte, er würde diesen nun behalten. Nun bereits wirklich zornig, setzte ich mich hin und wartete ab.
In Bad Ischl, der Endstation, ging ich zu ihm und bat ihn trotzdem höflich um die Rückgabe. Der genaue Wortlaut der Antwort war, wie ich meine: “Würden sie bitte so freundlich sein, mir den Ausweis zurück zu geben?” Er entgegnete jedoch, dass er mir diesen nicht aushändigen würde! Mit bemühter Ruhe fragte ich ihn, wie er gedenke, dass ich mich morgen ausweisen sollte. Daraufhin meinte er, dies sei nicht sein Problem, ich würde wohl zahlen, oder meine missliche Lage erklären müssen.*
Das war der Punkt wo ich endgültig Wut im Bauch hatte und mir dachte: “Na gut, dann spielen wir eben dieses Spielchen.” Ich nahm mir vor, gleich von zu Hause aus bei der Postbus AG Beschwerde einzureichen, was ich dann auch unverzüglich tat.
Und so setzten sich die Ereignisse fort:
Ein Telefonat mit dem Kundenbüro der Postbus AG am Bad Ischler Bahnhof und der Landesstelle in Wels wurde geführt, auch eine Veröffentlichung angedroht. Dort befand man diese Maßnahme für überzogen und stellte sich – immerhin – nicht instinktiv hinter den Lenker, da dieser ja nicht stellvertretend fürs Unternehmen stehe. Ein bemühter Mitarbeiter besagten Büros in Ischl machte sich schon nach dem ersten Telefongespräch auf den Weg und brachte den Ausweis persönlich vorbei. Er entschuldigte sich im Namen des Fahrers und gab “Stress wegen der Wettersituation” als Begründung für sein unfassbares Verhalten an und.
Jedoch – und meiner Meinung nach völlig zurecht – wurde eine persönliche Entschuldigung des Fahrers verlangt, – bis Donnerstag Abend. Der Mitarbeiter versprach ein Gespräch mit dem Buschauffeur und bat, wenigstens bis Donnerstag Abend von einer Veröffentlichung abzusehen. Man einigte sich darauf, doch seither war weder von der Kundenbetreuung, noch vom Fahrer oder aus Wels etwas zu hören.
Es sei erwähnt, dass besagter Freund im Gegensatz zu vielen Mitschülern längst volljährig ist und diese Ausbildung an seine Matura anhängt. Einige jüngere Schüler (Pflichtschulabsolventen die an einer HTBLA anfangen sind oft nicht älter als 15 Jahre) wären mit dieser Situation wohl überfordert gewesen.
Der Ereignishergang kann von mehreren Mitfahrern bezeugt werden. Das Unternehmen Postbus sucht übrigens dringend Fahrer für die Region Oberösterreich. Ich rate zu einer Bewerberprüfung auf den Umgang mit Stresssituationen.





Mir ist letztens in Salzburg was ähnliches passiert, wenn auch bei weitem nicht in diesem Ausmaß:
Ich sitze ganz vorne in einem recht vollen Bus und habe mich getraut mich zur vordersten Bus-Türe hinzustellen in der Hoffnung, der Busfahrer würde diese zum Aussteigen öffnen. Aber falsch gedacht: In einem fast wienerischen Ton schnauzt er mich vor allen an: “Vuan is ka ausstieg, sengs ned des Schüdl?” Wollt ich antworten, dass mir normal schon aufgemacht wird, aber soweit bin ich garnicht gekommen: “Aber normalerw….” Da schreit er mich schon an “Niiiix iiiis normal… wos glaubsn denn wos san?” Hab ich gefragt, wie er denn heißt, sagt er: “Des ged sie an Scheißdreck an, wia i haas!”
Naja, hab mir dann eine blöde Meldung verkniffen und bin hinten raus, weil er tatsächlich weiter fahren wollte ohne mich aussteigen zu lassen…
Mal abgesehen dass ich grundsätzlich 10 bis 20 Minuten (letztens sogar 40 Minuten im Schneesturm) beim Umstieg von der Linie 6 auf Linie 27 (Theatergasse, Landestheater) warten muss und für einen per Auto 10 Minuten-Weg per Bus in 40 Minuten zurücklegen muss ist das ein Erlebnis, das ned wirklich zum Busfahren motiviert.
Eigentlich ist es ziemlich ärgerlich zu wissen, wozu Menschen in Machtpositionen (!) fähig sind. Der Busfahrer in diesem Fall hat die Grenzen eindeutig überschritten. Positiv finde ich aber die prompte Reaktion von Postbus auf die Beschwerde. Immerhin sind viele am Land auf Postbus angewiesen.