Eine große Überraschung ist es gewiss nicht, dass dieser Tage offiziell wurde, dass die neue amerikanische Regierung die Verhandlungsfühler gen Syrien ausgestreckt hat. Hillary Clinton, zunächst noch zögerlich, bestätigte Anfragen von Medien, dass Gespräche geführt würden.
Natürlich alles nur halb-offiziell, vielmehr ein Herantasten, Erfühlen, als ein diplomatischer Plausch zu Kamin. Das Assad-Regime bleibt zwielichtig. Zwielichtig im Hinblick auf seine Rolle in der Region Nah-Ost. Hisbollah, Hamas, Muslimbruderschaft, der Einfluss, den Damaskus ausübt, kann gar nicht unterschätzt werden.
Das Verhältnis zum Iran verbesserte sich, ebenso wie zu manch einem europäischen Staat – so hielten bereits vor Monaten Sarkozy oder Steinmeier hier (diplomatischen) Hof.
Syrien ist zentral für das auseinanderdröseln eines großes Problemknäuels, das weiß auch die US-Regierung. Zum einen wäre da Syriens Rolle in Bezug auf den Iran und dessen nukleare Drohgebärden. Assad und co. Könnten hier vermittelnd, beruhigend einwirken. Der arabische Staat spielt aber auch eine Rolle im Hinblick auf die wachsenden Spannungen zwischen Israel und seinen ihm feindschaftlich gesinnten Nachbarn. Eine Verbesserung des bilateralen Verhältnisses Syrien-Israel, könnte hier, ähnlich wie seinerzeit die Entspannungspolitik des ägyptischen Präsidenten Sadat, ein Signal aussenden. Die Gretchenfrage dürfte hierbei lauten, sag, wie hältst du’s mit den Golan-Höhlen.
Zu guter letzt könnte Syrien, dessen Einfluss auf die Hamas als nicht unerheblich bezeichnet werden darf, bei der derzeitigen „Problemlösung“ im Gaza-Streifen einwirken. Was jedoch in Anbetracht des rechten Wahl-GAUs in Israel, zumindest kurzfristig gesehen fragwürdig erscheint.
Im Hinterkopf sollte bei alledem jedoch auch behalten werden, dass das Hariri-Tribunal in Den Haag vor wenigen Tagen offiziell die Ermittlung gegen die syrische Regierung aufgenommen hat. Ob der 2004 umgebrachte ehemalige Ministerpräsident des Libanons, Rafiq al-Hariri, wirklich von dem Assad-Regime umgebracht wurde, ist noch nicht geklärt. So lange aber hier Unklarheit herrscht, sollten alle Entspannungsbemühungen mit Syrien auf Sparflamme laufen.





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