Dank “Spaltern”, internen Streitigkeiten und dem Weggang diverser Mitglieder (zuletzt bekanntlich die Bezirksgruppe Ried) dürfte es der NVP zur Zeit eher schlecht gehen. Daher entschloss man sich im Vorfeld der geplanten Demos am 18. April (Braunau) und 1. Mai (Linz) ein wenig um mediale Aufmerksamkeit zu heischen. Fälschlicherweise hielt sich die Nationale Volkspartei jüngst für den “Themenführer” im Linzer Gemeinderat, was eine offensichtliche Verwechslung der Worte “Thema” und “Themenführer” ist. Die NVP ist im Linzer Gemeinderat politisch inexistent, debattiert wurde lediglich über ein eventuelles Verbot des geplanten Aufmarsches.
Nun nutzte die rechtsradikale Truppe rund um Christoph Hayer und Robert Faller die Verhandlung des Falls Josef Fritzl zur Selbstinszenierung und protestierte unter dem Motto “Schützt unsere Kinder” für ein schärferes Strafrecht. Angeblich konnte sich Wolfgang Schrögendorfer, der als Pressesprecher von Stephan Ruprechtsberger abgelöst werden sollte, der Anfragen kaum erwehren. Angesichts seiner hier schon recht häufig hinterlassenen, wirren Kommentare und substanzlosen Klagsdrohungen dürfte sich der Werbeeffekt für die NVP in überschaubaren Grenzen gehalten haben.
Während die Onlineausgabe der “ÖSTERREICH”, OE24, es fertigbrachte die NVP in ihrem unfassbar boulevardesken Liveticker zum Prozeß zuerst als “rechte Organisation” und kurz darauf als “Menschenrechtsinitiative” zu bezeichnen (ich nehme an, dass man dazu Schrögendorfer befragt hat), widmete sich Der Standard der Randnotiz rechtsextremen Aktivismus etwas genauer.
Auf der NVP-Homepage ging nun ein Bericht über die Aktion online, in dem man versucht seine Anliegen zu erklären.
1. Kinderschänder sind nicht zu therapieren und müssen folglich für immer hinter Gittern bleiben.
…sagt die NVP, bar jeder wissenschaftlicher Evidenz, treu ihrem diffusen Law & Order Kurs.
2. Die Kriminalfälle „Josef F.“ oder „ Natascha Kampusch“ sind nur die Spitze eines Eisbergs.
…eigentlich gehören beide Fälle zu ganz unterschiedlichen Eisbergen.
3. Diese Fälle sind kein Problem Einzelner oder gar österreichische Phänomene, sondern ein Produkt unseres längst familienfeindlichen Systems.
Ein Produkt “unseres” familienfeindlichen Systems, aber eigentlich doch kein österreichisches Phänomen? Wie meinen?
Letztlich kommt für die NVP wenig überraschend nur eine Schlussfolgerung in Frage:
Solche oder ähnliche Extremfälle sind in Zukunft nur zu verhindern wenn wir endlich Schluss machen mit der Liberalisierung und Internationalisierung unserer Gesellschaft, und an einer nationalen und auf Gemeinsamkeit beruhenden Volksgemeinschaft arbeiten.
Wer diesen Absatz angesichts der davor stehenden drei Punkte versteht, möge sich bitte melden. Mich dünkt, es ging nur darum, den Begriff “nationale Volksgemeinschaft” irgendwie als Lösung zu präsentieren. Dass er völlig deplatziert ist, fällt bei der inhaltlichen Substanzlosigkeit der NVP, die sich quer durch alle Themenstellungen erstreckt, nicht weiter auf.
Mir sei hier nur eine Anmerkung gestattet: Sowohl Josef Fritzl als auch Wolfgang Priklopil sind bzw. waren Österreicher. Man fragt sich also, ob uns die “nationale Volksgemeinschaft” vor ihren Taten bewahrt hätte.
Eine Antwort wird uns die NVP wie üblich schuldig bleiben.
Werte Leser! Ich bin immer auf der Suche nach Informationen und Neuigkeiten zur NVP. Wer weiterhelfen kann und möchte, schickt sein Material bitte an die neu eingerichtete Email
. Selbstverständlich wird allen Hinweisenden absolute Anonymität garantiert.





*lol*
Am besten ist doch “Punkt 3″ :D
Von wegen “familienfeindliches Verhalten”: Sexueller Mißbrauch findet größtenteils in der Familie statt, und wird schön unterm Tisch gehalten.
Und hier doch genauso, keiner fragte sich: Wieso baut der Fritzl seinen Keller aus… Keiner kümmerte sich wirklich um die Frage: “Wo ist denn Elisabeth wirklich”, war ja Familienangelegenheit, dass sie weg war… Keiner fragte sich, als sie 16 war, wieso sie ausgerissen ist, wahrscheinlich “hat ihr der Vater eine Watschen gegeben und sie ist dann abgehauen”…
Grandios, wenn Sexualstraftäter jahrelang in ihrer Familie “wildern” können, ohne dass jemand was merkt, nenne ich das nicht “familienfeindlich” ;)