Leider ein Negativbeispiel in der Nutzung des Services “Twitter” liefern meine Grünen ab. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht, wobei ein Tweet zum heutigen Amoklauf in einer deutschen Realschule mich letztlich zu diesem Eintrag bewegt hat. Da muss etwas getan werden, und zwar dringend…
Twitter ist eigentlich ein dialogorientierter Dienst. Man jagt nicht nur (interessante) Kurznachrichten und Statusmeldungen durch den Äther, sondern kann selbigen auch hervorragend nutzen, um Input verschiedenster Sorte zu erhalten. Wer das ehrlich und einigermassen geschickt macht, erhält darüberhinaus einen nicht zu unterschätzenden Effekt der Selbstvermarktung. Ein recht neues, aber sehr prominentes Mitglied der Zwitschergemeinde ist etwa Armin Wolf, der den Dreh sehr schnell raus hatte.
Auf der Website der grünen Bundespartei gibt es einen “SMS Kommentar”, in dem mehr oder weniger regelmässig kurze, pointierte Meldungen zu aktuellem (Politik-)Geschehen erscheinen. Es handelt sich hierbei um den eingebundenen, offiziellen Twitter-Feed der Grünen.
Ein Blick auf diesen offenbart schon den ersten Teil des Dilemmas: Er ist ein reiner Einwegkanal, eine Schleuse für persönlich gehaltene Pressemitteilungen quasi. Dialog: nicht vorhanden, den rund 300 Followern bisher stehen 0 (in Worten: Null!) selbst verfolgte Twitterer gegenüber. Verfolgt man die Meldungen nach, so stellt man zudem fest, dass ein großer Teil der bisher 73 Updates noch vor der Nationalratswahl 2008 verfasst wurde. Seitdem ist die Nutzung spärlich, Replies an andere Nutzer existieren nicht. Summa summarum: So hat das keine Zukunft.
Was bisher inhaltlich geliefert wurde, fand ich manchmal interessant bis lustig, meistens aber eher mau und mäßig ansprechend. Die heutige Meldung (Ergänzung: sie wurde korrigiert und später erneut gebracht) setzt da noch eins drauf…
mindestens zehn tote sind die folge eines schußwaffen-amoklaufes in deutschland. – strache will eine (sic!) liberaleres waffenrecht. rph
Jetzt finde ich es nicht unbedingt sehr geschmackvoll, so zeitnah politisches Kleingeld aus dem Vorfall schlagen zu wollen. Vor allem aber ist dieser Tweet inhaltlich ein Schuss ins Knie. Der Amokläufer, der 15 Menschen erschoss bevor er selbst von der Polizei gestreckt wurde Selbstmord beging (ergänzt nach aktuelleren Informationen), war 17 Jahre alt. Man kann also davon ausgehen, dass die von ihm verwendete Waffe sich nicht in seinem legalen Besitz befand. Doch nur das regelt – logischerweise – das Waffenrecht, illegalen Erwerb kann folglich weder das liberalste noch das strengste Gesetz verhindern.
Gegen eine Liberalisierung in diesem Bereich gibt es wahrscheinlich hunderte gute Argumente, sachliche wie moralische. Das heutige Blutbad in Winnenden ist definitiv keines davon.





hab den tweet längst entfollowed. völlig wertlos.
Mit Twitter kenne ich mich nicht aus, obwohl ich schon seit einem Jahr gerregt bin, mir fehlt einfach noch der Sinn dahinter. Aber du solltest nicht verwundert sein, wenn sich eine Partei lange Zeit über der Wahrnehmungsgrenze befindet bzw befunden hat, die gleichen Praktika zulegt wie die Gegner…..
Tweet dürfte gelöscht worden sein und leicht verändert erneut abgesetzt… vielleicht möchtest du den link erneuern…