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Der Obama Australiens

Artendomino in StuttgartKevin Rudd war für Australien das, was Barack Obama für die Vereinigten Staaten von Amerika ist: Ein Segen, ein großer Reformator. In den USA versuchte sich ein George W. Bush an der Erosion der Ur-Werte des Landes, in Australien sorgte hierfür Howard, der Bush-Edelvasall am anderen Ende der Welt. Kostprobe seiner Amtszeit: Einwanderer die in „Camps“ gesteckt werden, gesellschaftlich marginalisierte Aboriginies, die an ihrem Schicksal selber Schuld tragen (so seine Geschichtsinterpretation), Kriegseinsätze, u.a. im Irak usw. usf.

Rudd hat nach seinem Wahlsieg 2007 ein neues Kapitel australischer Politik aufgeschlagen: Der smarte Diplomat tourte über den ganzen Globus, traf mit wichtigen Partnern wie China den richtigen Ton (er spricht fließend chinesisch) und ratifizierte nach Howards jahrelanger Nicht-Beachtung das Kioto-Protokoll. Viva Australia!

Doch nun neue Kunde aus dem fernen Australien: Rudd investiert 50 Milliarden Euro in ein Militärprogramm, Force 2030 („Schlagrakft 2030“) und begründet dies damit, dass Aufrüstungen im asiatisch-pazifischen Raum ganz natürlich seien. China ist verstimmt. Doch die „Lichtgestalt des Klimaschutzes“ (SZ) sorgte am Montag für eine weitere Überraschung: Australien verabschiedet sich als erstes Land offiziell von seinen Klimazielen und verschiebt den Handel mit Emissionszertifikaten auf das Jahr 2011. Klein ermutigendes Signal für Klimaschützer.

Derlei Nachrichten gehen hierzulande ein wenig unter. Man ist gespannt ob der kommenden „Planänderungen“ seitens Obama. Sehr gespannt.

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Deutsche Welle

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