“Dieses Video ist aufgrund von Urheberrechtsbeschränkungen in deinem Land nicht verfügbar.” liest man nicht selten, wenn man auf der Suche nach einem bestimmten Video auf YouTube ist. Heute wollte ich das lustige “Read My Lips” Filmchen “Bush & Blair, Endless Love” ansehen, das kurz in einer (wiederum auf YouTube angebotenen) Ausgabe des “Elektrischen Reporters” zu sehen war (selbige fand ich übrigens hier bei Helge).
Den Titel in die Suche der weltgrössten Videoplattform einzugeben brachte mich zur Erkenntnis, dass eben jenes Mashup-Werk aufgrund genannter “Urheberrechtsbeschränkungen” für mich gesperrt war. Zwei weitere Versionen fanden sich noch “vor Ort” und eine auf Google Video. Von den drei Alternativen hätte ich zwei ansehen können, jedoch boten diese nur mindere Bildqualität. Absurd: Diverse Musikvideos des Songs “Endless Love” waren ohne weiteres abrufbar, nur die Version mit hineingeschnittenem Material von frei empfangbaren Sendern eben nicht. Vor was oder wem die Beschränkung hier schützen soll, bleibt im Dunkeln.
Eine Erklärung wäre, dass über die Ausstrahlung auf Musiksendern Einnahmen erzielbar sind. Dem liegt aber die Annahme zugrunde, dass ein Konsument, der das Video nicht oder nur unter Schwierigkeiten auf YouTube sehen kann, dies automatisch durchs TV nachholt. Oder aber er muss die Seite des Künstlers bzw. der Plattenfirma ansurfen um so zumindest das reichhaltige Angebot aufgezwungen zu bekommen, dass ihn zum Kauf einer CD oder Merchartikeln verführen könnte. MTV & Co überschwemmen aber ihr Programm mittlerweile mit diversen (Reality-)Shows (was den Anteil der Musikvideos in den letzten Jahren wohl erheblich gedrückt hat). Zweiteres ist ebenso ein Trugschluss wie die Idee, dass ein “Downloader” sich ein Song oder ein Album im Laden kauft, wenn er es nicht über Tauschbörsen beziehen kann. Alles andere wird sofort als kriminell abgestempelt. Genau darum, und wegen “Urheberrechtsbeschränkungen” die vielen Menschen ein harmloses, lustiges Mashup wie “Bush & Blair, Endless Love” vorenthalten, muss dringend ein neuer, globaler Ansatz fürs Copyright gefunden werden.
Was die Musikindustrie zusätzlich anstreben sollte, sind fairere Preise, eine Qualitätsoffensive und neue Verdienst- und Marketingmodelle. Trent Reznor und seine Nine Inch Nails machen es vor: Die Alben “Ghost I-IV” und “The Slip” gab es in guter Qualität als kostenlosen Download (Spenden war möglich). Für Mehrwert gab es auch eine Deluxe Edition mit CD, DVD, dickem Booklet und Aufklebern zum Kauf. NIN lukriert Einnahmen aus Konzerten und Eigenvertrieb, sie agieren unabhängig von einer Plattenfirma.
Es muss nicht unbedingt das Ziel sein, alle Künster von ihrem Management zu lösen, auch wenn das Internet dazu riesiges Potential bietet. Es würde reichen, wenn den Musikkonzernen nach über einem Jahrzent der Einschränkung, Kriminalisierung und Bedrohung der eigenen Kundschaft der Schritt ins 21. Jahrhundert gelingt.
PS: Wer sich nicht von sinnlosen Beschränkungen auf YouTube & Co. foppen lassen will, sollte es mal hiermit versuchen ;)





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