Mein Kommentar im heutigen StudiKURIER. Diesen und den Gegenkommentar von Samir Al-Mobayyed (Vorsitzender der AktionsGemeinschaft) findet ihr auch online.
Seit 40 Tagen befindet sich im Audimax der Uni Wien, ein Freiraum für alle, die ihr Recht auf freie Bildung verteidigen und sich für gesellschaftliche Anliegen einsetzen wollen. Er ist der Auslöser einer Bildungsdebatte in Österreich, die auch die Besetzungskritiker begrüßen – die trotzdem weiter auf die „BlockiererInnen“ schimpfen.
Ein stets wiederkehrender Vorwurf ist, dass wir keine klaren Forderungen hätten – was nie gestimmt hat. Der freie Bildungszugang in jeglicher Hinsicht ist das Kernanliegen. Und war es schon immer.
Dies erschöpft sich nicht im Ablehnen von Studiengebühren, sondern beinhaltet auch die Forderung nach Abschaffung der Studieneingangsphasen (STEPs), da es unmöglich ist, alle Interessierten eines Fachs „fair“ auszusortieren. Dasselbe gilt für Aufnahmetests, die mangels gleicher Ausgangslage für jeden auch niemals gerechte Ergebnisse liefern können. Diese Kritik darf man nicht einfach mit „kein Geld“ wegwischen.
Die breite Unterstützung der Lehrenden beweist, dass wir nicht “irgendwas” wollen. Und die 70% Besetzungsbefürworter unter den Studis (lt. Institut für Jugendkulturforschung) zeigen dass wir nicht allein sind, selbst wenn sich die Reihen im Audimax lichten. Wir sind nicht die Minderheitsbewegung, als die uns die AG bisher darstellte.
Die Ökonomisierung der Bildung, die stattfindende Transformation von Bildungsinstitutionen in “Dienstleister”, die Abwendung von der geistigen Entfaltung hin zum wirtschaftlichen Leistungsprinzip, dazu eine verfehlte Bologna-Reform – all das bewegt Betroffene international.
Natürlich, die Linken von diversen Kleinparteien, die viele KritikerInnen gerne für alle Protestierenden halten, sind auch unter uns. Na und? Dürfen etwa MarxistInnen die Forderung nach freier Bildung nicht unterstützen? Alle fügen sich letztlich den basisdemokratischen Entscheidungen des Plenums. Und das wehrt sich stets und erfolgreich gegen die Vereinnahmung durch jegliche Organisation.
Ohne Besetzung müsste die ÖH weiter mit einem ideologisch verbarrikadierten Ministerium verhandeln, dass die Unipolitik nach Gutdünken gestaltet. Wir würden über dieselben Probleme klagen, ohne Gehör zu finden.
Die „BlockiererInnen“ haben auch der AG ermöglicht, in der Öffentlichkeit gehört zu werden. Eine Fraktion, die die Proteste trotzdem derart geringschätzt und dies nur mit ein paar ausgefallenen Vorlesungen argumentieren kann, führt sich selbst ad absurdum.





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