NVP-Watch

NVP will Österreicher nach Österreich abschieben

In einem  mit fragwürdiger Orthografie gespicktem Beitrag bezieht die NVP Stellung zum Welser Wohnbaustadtrat Wrabl (FPÖ), der anscheinend gefordert hat, wohnungssuchende Migranten auf Deutschkenntnisse und Demokratiebewusstsein zu prüfen. Die NVP lehnt diesen Vorschlag ab und bringt stattdessen ihre eigene Idee der Ausländerrückführung ins Spiel. Diese ist jedoch weder sinnvoll noch umsetzbar.

Unsere strikten Forderungen:

    Alle übrigen Ausländer oder Personen mit Migrationshintergrund werden mittels einem Ausländerrückführungsgesetz schrittweise in ihre Heimatländer zurückgeführt.
    Ausländer oder Personen ohne Arbeitserlaubnis oder festem Arbeitsplatz verlassen Österreich binnen drei Monate.
    Ausländer oder Personen mit Migrationshintergrund, die in Österreich straffällig geworden sind, kehren unverzüglich in ihre Herkunftsländer zurück.

Was den ersten Vorschlag betrifft, so ist der Rahmen der Straffälligkeit nicht definiert. Daher ist nicht klar, ob Faller & Co. Falschparker abschieben wollen oder doch lieber erst Schwarzfahrer und Rote-Fußgängerampel-Missachter. Ganz abgesehen davon, dass die Herkunftsländer bei den wenigen wirklich Kriminellen nicht besonders erpicht darauf sein werden, diese zu remigrieren.

Die zweite Idee würde de facto viele benötigte Arbeitskräfte vom österreichischen Arbeitsmarkt fernhalten.

Und mit dem dritten Vorschlag werden die ersten beiden ad absurdum geführt. Warum Rückführungsrichtlinien für Kriminelle oder Arbeitslose, wenn eh schrittweise alle das Land verlassen würden. Besonders viel Freunde dürfte sich die NVP damit in der Wirtschaft nicht machen.

Abgesehen davon, dass insbesondere die erste und die dritte Forderung pures rechtsextremes und rassistisches Gedankengut mit neonazistischem Anstrich vertreten, beweist die Partei abermals ihre fachliche Inkompetenz. Siehe:

Die Definition der Personen mit Migrationshintergrund entspricht in Österreich jener der von der UNECE herausgegebenen “Recommendations for the 2010 censuses of population and housing”. Demnach bezeichnet man in Österreich Personen mit Migrationshintergrund als solche, wenn beide Elternteile im Ausland geboren wurden. Weiters wird differenziert zwischen:

  • Migranten der ersten Generation: Personen, deren eigener Geburtsort wie jener beider Elternteile im Ausland liegt.
  • Migranten der zweiten Generation: Personen, deren eigener Geburtsort in Österreich liegt und jener beider Elternteile im Ausland.

Nach dieser Definition hatten in Österreich im Jahr 2008 1,427 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund. 1,075 Millionen davon sind selbst nach Österreich zugezogen (und entsprechen damit den Migranten der ersten Generation). Die verbleibenden 0,353 Millionen Personen sind bereits in Österreich geboren, der Geburtsort beider Elternteile liegt jedoch im Ausland. Fast die Hälfte der Personen mit Migrationshintergrund ist im Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft. (Quelle: Wikipedia)

Die NVP fordert faktisch die Abschiebung von Österreichern nach Österreich – welch ein  Coup!

Noch eins drauf setzt das Bild, dass den betreffenden Artikel schmückt. Aufschrift: “Wir sind ein Volk! Und ihr seid ein anderes!” nebst dem schließenen Spruch “Nationalismus ist nicht der Hass auf das Andere, sondern die Liebe zum Eigenen”. Als hätte sich der Artikel nicht schon vorher als Armutszeugnis erwiesen.

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