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USA in Haiti “unverzichtbar”

Noch immer gibt es diese Wunder; Menschen die nach einer Woche lebend, ohne Lebensmittel, ohne Wasser aus den Trümmern der brachliegenden haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince gezogen werden. Es geht nun um Spendengelder, humanitäre Hilfe, um das Leid der Menschen des ohnehin seit Jahrzehnten gebeutelten Haiti zu mildern. Die Amerikaner haben das Kommando übernommen: militärisch genau, stabsmäßig organisiert, wird die Verteilung der  Lebensmittel durchgeführt.

Schon wird Kritik laut: Die Amerikaner behinderten die UN-Hilfsorganisationen, die Amerikaner hätten ein französischen Flugzeug mit Medizinausrüstung abgewiesen, woraufhin Chavez & Morales gleich heftig gegen das arrogante Verhalten der (Noch-)Weltmacht wetterten.

Die Kritik ist fehl am Platz. Nicht nur, dass die Amerikaner über die größte man power verfügen, eben auch um die Infrastruktur des maroden Haiti entscheidend zu verbessern, nein, sie haben auch schlicht die beste Ausrüstung für derartige Hilfseinsätze. Die Vereinten Nationen, durch den Tod etlicher Mitarbeiter in Folge des Bebens tagelang unter Schock, verfügen über derlei Ressourcen nicht – die UN wäre auch gar nicht dazu imstande, diese in angemessener Form so schnell zu akquirieren und so punktuell einzusetzen wie die Amerikaner. Wer das Auftreten der USA als „kolonial“ motiviert geißelt, eine zweite Besatzungszeit heraufziehen sieht, sollte die Sympathien der Haitianer nicht verkennen, die ganz den Amerikanern, nicht aber den Französen gebührt.

Nein, man mag die Amerikaner für alle Übel dieser Welt verantwortlich machen, aber selbst linke Antiamerikanisten sollten zur Kenntnis nehmen, dass die Motivlage („Fremdherrschaft“) zunächst egal ist. Wenn dadurch hunderte Menschenleben gerettet werden konnten, kann der Schaden nicht all zu groß gewesen sein.

Derlei hat übrigens auch der französische Staatspräsident erkannt, er lobte die Rolle in Haiti als „unverzichtbar“.

Foto: Amnesty International

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1 Kommentar

  • Am 23. Januar 2010 sagte SaschaP:

    Mir fällt gerade auch kein Grund ein, der dagegen sprechen dürfte, dass die USA dort ihre “man power” einsetzen… hallo, das ist die größte Macht in der Nähe… wir Europäer haben da nur ein paar britische Inseln und unsere Raketenabschussanlagen “in der Nähe”.

    Wenn in Südkorea so etwas passiert wäre, würde man auch nicht die Hilfe der Japaner ablehnen, nur weil diese mal Kolonialmacht gewesen sind.

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